Vodafone schielt auf britischen Festnetzanbieter C&W

Montag, 13. Februar 2012, 17:16 Uhr
 

London (Reuters) - Vodafone liebäugelt mit einer Übernahme des britischen Telekom-Unternehmen Cable & Wireless Worldwide.

Der weltgrößte Mobilfunkkonzern könnte sich mit dem Deal das gut ausgebaute Datennetz von C&W unter den Nagel reißen. Anleger stürzten sich auf die zuletzt wenig gefragten C&W-Papiere - ihr Kurs legte in London um 30 Prozent zu.

Vodafone erklärte am Montag, die Möglichkeit eines Angebots für C&W zu prüfen und betätigte damit entsprechende Medienberichte. Die Beratungen über eine Offerte befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium. C&W wollte sich dazu nicht äußern. Der "Sunday Times" zufolge will Vodafone 700 Millionen Pfund für C&W auf den Tisch legen.

Vodafone könnte mit der Übernahme auf einen Schlag seine Festnetzkapazitäten in Großbritannien ausbauen und sein Geschäft mit schnellem Internet stärken. C&W verfügt über ein weit verzweigtes Glasfasernetz und bietet seine Dienste vorrangig Unternehmen und Behörden an. Auch der Zeitpunkt für einen Einstieg scheint günstig. C&W gab seit der Abspaltung von seinem damaligen Mutterkonzern Cable & Wireless Communications 2010 eine Reihe von Gewinnwarnung heraus - an der Börse ist das Unternehmen dementsprechend gering bewertet. Das lockt aber auch die Konkurrenz an: Laut "Sunday Times" soll auch die Beteiligungsgesellschaft Apax an C&W interessiert sein.

In der Branche wird seit einiger Zeit spekuliert, dass C&W wegen seines Festnetz-Geschäfts zu einem Übernahmeziel wird. November hatte das Unternehmen den früheren Vodafone-Manager Gavin Darby zum neuen Chef ernannt.