Immobilienfirma Hamborner erwartet kleineres Gewinnplus

Sonntag, 19. Februar 2012, 11:28 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Gewerbeimmobilienfirma Hamborner REIT erwartet im laufenden Jahr ein weniger starkes Gewinnwachstum als 2011.

"Wir werden auch 2012 Steigerungen bei den Mieten und des operativen Ergebnisses haben, auch wenn die Wachstumsraten moderater als 2011 ausfallen werden", sagte Finanzchef Rüdiger Mrotzek der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). "Eine Erhöhung resultiert allein daraus, dass die im Laufe des Jahres 2011 erworbenen Objekte 2012 ganzjährig zum Ergebnis beitragen werden." Eine genaue Prognose werde das Unternehmen Ende März vorlegen.

Das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen aus Duisburg hatte im vergangenen Jahr den operativen Gewinn (FFO) um gut 30 Prozent auf 16 Millionen Euro und den Überschuss um fast 40 Prozent auf acht Millionen Euro gesteigert. Die Miet- und Pachterlöse stiegen um knapp 30 Prozent auf 32 Millionen Euro. Hamborner - einer der wenigen börsennotierten Immobilienfonds (REIT) in Deutschland - profitiert davon, dass er in der Finanzkrise früher als die Rivalen Alstria und DIC Asset wieder auf Wachstum umgeschaltet hat.

Seine ausgedehnte Einkaufstour will Hamborner fortsetzen. Der Wert des Portfolios aus Einzelhandels-, Büro- und Praxisflächen in ganz Deutschland solle in den kommenden Jahren verdoppelt werden, sagte Mrotzek der Zeitung. "Mittelfristig werden wir uns der Milliarde nähern." Im vergangenen Jahr hatte Hamborner den Wert seines Immobilienbestands durch Zukäufe um 122 Millionen auf mehr als 500 Millionen Euro gesteigert.

Ohne eine weitere Kapitalerhöhung könne Hamborner sein Portfolio noch auf etwa 600 Millionen Euro ausbauen, sagte der Finanzchef. Zu aktuellen Marktbedingungen komme eine Ausgabe neuer Aktien aber nicht infrage. Der Kursabschlag der Titel, die zuletzt bei 7,31 Euro notierten, auf den Nettovermögenswert von 8,77 je Aktie sei zu hoch. "Vor unserer Hauptversammlung im Mai wird es definitiv keine Kapitalerhöhung geben", stellte Mrotzek klar. "Wenn sich das Kapitalmarktumfeld nicht ändert, könnte es auch 2013 werden."

Kredite für den Immobilienkauf bekomme Hamborner ohne Probleme, sagte Mrotzek. Das Geld komme nicht nur von Großbanken, Sparkassen und Volksbanken, sondern mittlerweile auch von Versicherungen. "Sie schließen teilweise die Lücke, die manche Großbank durch ihren Rückzug hinterlässt."