Großbank Lloyds fordert Millionen von Ex-Managern zurück

Dienstag, 21. Februar 2012, 08:50 Uhr
 

London (Reuters) - Die britische Großbank Lloyds fordert von ihrem früheren Chef und vier anderen Vorstandsmitgliedern Boni-Zahlungen zurück.

Insgesamt sollten die Banker dem Institut 1,5 Millionen Pfund (1,8 Millionen Euro) erstatten, teilte die teilverstaatlichte Lloyds am Montag mit. Grund sei das Debakel über fehlerhaft verkaufte Versicherungen. Lloyds musste deshalb 2010 für Schadenersatzzahlungen 3,2 Milliarden Pfund zurückstellen. Daher habe sich die Bank dazu entschlossen, einen Teil der damals gezahlten Boni wieder zurückzuverlangen. Es ist das erste Mal seit der Finanzkrise 2008, dass eine britische Bank von einer entsprechenden Klausel Gebrauch macht.

Der frühere Chef des Geldhauses, Eric Daniels, soll 40 Prozent seines Bonus zurückzahlen. Er hatte 2010 ein Basisgehalt von rund einer Million Pfund. An Leistungszulagen erhielt er 1,45 Millionen Pfund, von denen er nun 580.000 zurückerstatten soll. Vier seiner Vorstandskollegen sollen auf 25 Prozent ihrer Zusatzzahlungen und acht weitere hochrangige Manager nachträglich auf fünf Prozent verzichten.

In einem ungewöhnlichen Schritt hatte Daniels Nachfolger an der Spitze von Lloyds, Antonio Horta-Osorio, seinen Millionen-Bonus für das abgelaufenen Jahr ausgeschlagen. Der Banker begründete den Schritt mit seiner zweimonatigen beruflichen Auszeit sowie den schwierigen wirtschaftlichen Zeiten für die Bank und ihre Kunden. Sein Bonus hätte sich vermutlich auf rund 2,4 Millionen Pfund belaufen, sein Basisgehalt liegt bei 1,1 Millionen Pfund.