Brenntag nach Gewinnsprung weiter optimistisch

Dienstag, 21. Februar 2012, 17:25 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Chemikalienhändler Brenntag lässt sich von den trüberen Konjunkturaussichten nicht aus dem Tritt bringen.

Nach einem Rekordgewinn 2011 steuert der weltgrößte Chemikalienhändler für dieses Jahr wechselkursbereinigt weitere Ergebniszuwächse an, wie das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr am Dienstag mitteilte. Die positiven Trends in der Branche hielten an. Falls nötig will Brenntag mit Sparmaßnahmen seine Schlagkraft erhöhen. Konzernchef Steven Holland kündigte zudem an, die Position in den Schwellenländern weiter auszubauen. Wie bisher sollen auch Zukäufe das Geschäft erweitern. Erst jüngst hatte der Konzern eine Firma in Mexiko übernommen. Seit 1990 hat Brenntag mehr als 100 zumeist kleinere Unternehmen geschluckt.

Im vergangenen Jahr verhalfen Preisanhebungen und Übernahmen Brenntag zu einem Gewinnsprung um 90,5 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Dazu trugen auch gesunkene Finanzierungskosten und ein deutlicher Rückgang der Abschreibungen bei. Das operative Ergebnis (Ebitda) nahm 2011 um 9,7 Prozent auf 660,9 Millionen Euro zu. Damit traf Brenntag die Schätzungen der Analysten. Der Konzern setzte im vergangenen Jahr 8,68 Milliarden Euro um - das ist ein Plus von 13,5 Prozent. Die Aktionäre können sich angesichts des Gewinnschubs erneut auf eine Dividende freuen. Deren Höhe nannte das Management noch nicht. Im vergangen Jahr hatte Finanzchef Jürgen Buchsteiner als Richtschnur ausgegeben, 30 bis 45 Prozent des Nachsteuergewinns an die Aktionäre auszuschütten. Für 2010 waren 1,40 Euro je Aktie gezahlt worden. Der komplette Geschäftsbericht 2011 soll am 21. März veröffentlicht werden.

BRENNTAG-CHEF: UNTERNEHMEN IST ROBUST

Die Zahlen zeigten die Robustheit des Unternehmens, erklärte Brenntag-Chef Holland. Der Konzern mit seinen inzwischen rund 13.000 Beschäftigten sei 2011 in den verschiedensten Regionen gewachsen. "Gleichzeitig wurde in den Gebieten, die mit größeren gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind, eine solide Entwicklung beibehalten", betonte Holland. Das einst 1874 in Berlin als Eiergroßhandel gegründete Unternehmen handelt mit Industrie- und Spezialchemikalien und hat dabei teils Aufgaben übernommen, die die großen Chemiekonzerne ausgelagert haben.

Das seit März 2010 an der Börse notierte Unternehmen ist noch zu rund 27 Prozent im Besitz der Beteiligungsfirma BC Partners. Der Finanzinvestor hatte seinen Anteil nach dem Börsengang schrittweise reduziert und will dies auch weiter tun. Unter Zeitdruck sieht sich BC Partners dabei aber nicht: "Ich hätte keine Probleme damit, wenn wir in einem Jahr noch Aktionär bei Brenntag wären", sagte der Deutschland-Chef von BC Partners, Stefan Zuschke, am Dienstag.