Banker - Telekom hegt in Großbritannien Pläne für Ausstieg

Dienstag, 21. Februar 2012, 17:08 Uhr
 

London/Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Telekom schmiedet Bankern zufolge bei ihrem britischen Mobilfunk-Gemeinschaftsunternehmen Rückzugspläne.

Everything Everywhere trat dem nicht entgegen. "Dazu kann ich wirklich nichts sagen", Olaf Swantee, Chef des Joint Ventures von der Deutschen Telekom und France Telecom am Dienstag. Die beiden Konzerne haben ihre Mobilfunktöchter T-Mobile UK und Orange UK vor weniger als zwei Jahren zusammengelegt und halten jeweils die Hälfte der Anteile. An der Börse kam die Aussicht auf ein Good-Bye der Telekom gut an: Entgegen dem Marktumfeld legte die T-Aktie ein halbes Prozent zu.

Nach Aussagen eines Analysten, der nicht genannt werden wollte, hatten die Deutschen vor kurzem bereits recht konkrete Pläne für einen Ausstieg. Die Bonner hätten erwogen, einen Teil oder sogar ihren gesamte Hälfte an Everything Everywhere an die Börse zu bringen. Die Aktion sei aber abgeblasen worden, unter anderem wegen des schlechten Börsenumfelds. Es werde jedoch erwartet, dass der Telekom-Anteil noch in diesem Jahr wieder auf den Markt komme. Eine Börsenplatzierung sei weiterhin der wahrscheinlichste Weg für einen Rückzug der Telekom aus Großbritannien, sagte ein Banker, der europäische Telekom-Unternehmen berät. "Vor der zweiten Jahreshälfte oder dem nächsten Jahr wird das nicht passieren, aber die Deutsche Telekom überprüft derzeit all ihre Geschäfte im Hinblick auf Ausstiegsmöglichkeiten", sagte der Banker. Weniger wahrscheinlich sei, dass France Telecom den Anteil übernehme, sagte ein anderer Banker. Der ehemalige französische Telefon-Monopolist habe dafür nicht das Geld.

Ein Telekom-Konzernsprecher wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Er betonte, dass die Telekom das Joint-Venture als langfristiges Engagement sehe. Die Deutsche Telekom und France Telecom kommen mit dem Gemeinschaftsunternehmen auf einen Marktanteil von etwa 40 Prozent in Großbritannien. Vor kurzem ist der Bonner Konzern damit gescheitert, seine US-Tochter an AT&T zu verkaufen