Hamburger Senat ebnet Weg für Hapag-Anteilsübernahme

Dienstag, 21. Februar 2012, 17:08 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Der Hamburger Senat hat den Weg für die Übernahme von weiteren Anteilen an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd frei gemacht.

Eine Woche nach der Einigung mit TUI über den Anteilserwerb durch das Konsortium um die Stadt und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne segnete die Landesregierung der Hansestadt am Dienstag das Vorhaben ab und bat die Bürgerschaft um Zustimmung. Angestrebt wird nach Angaben der in Hamburg allein regierenden SPD eine Entscheidung des Landesparlaments Ende März.

Bürgermeister Olaf Scholz sagte, der Zukauf solle zeitlich begrenzt sein. "Wir wollen die zusätzlichen Anteile in einem absehbaren Zeitraum an seriöse Partner veräußern." Es gehe dem Senat darum sicherzustellen, dass ein wichtiges Unternehmen in der Stadt "nicht Opfer eines globalen Monopoly" werde, sagte der SPD-Politiker. "Hapag-Lloyd soll nicht in falsche Hände geraten." Die SPD regiert in Hamburg seit März alleine.

Finanzsenator Peter Tschentscher argumentierte, das zusätzliche Risiko durch die höhere Beteilung sei angesichts der standortpolitischen und regionalwirtschaftlichen Bedeutung von Hapag-Lloyd gerechtfertigt. Bei der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung der aktuell viertgrößten Containerlinie ließen sich die Finanzierungskosten ab 2013 durch entsprechende Einnahmen aus Dividenden ausgleichen. "Und wir haben mit dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne bereits einen Käufer für einen Teil der Anteile in Sicht", fügte Tschentscher hinzu.

TUI hatte sich vor einer Woche mit dem Albert-Ballin-Konsortium auf den Verkauf von weiteren 17,4 Prozent an Hapag-Lloyd verständigt, bleibt mit 22 Prozent vorerst aber drittgrößter Eigner. Die Hansestadt steigt mit knapp 37 Prozent zum größten Aktionär der Traditionsreederei auf. Kühnes Anteil steigt auf 28,2 Prozent.