Swiss Re lockt Aktionäre mit Dividendenversprechen

Donnerstag, 23. Februar 2012, 15:33 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re hat seinen Aktionären nach einem Gewinnsprung hohe Ausschüttungen in Aussicht gestellt.

Neben regulären Dividenden winken ihnen auch Sonderzahlungen, wie Konzern- und Finanzchef am Donnerstag versicherten. "Wir fühlen uns verpflichtet, attraktive Dividenden zu zahlen", sagte der vor einem Monat neu angetretene CEO Michael Lies am Donnerstag. Finanzchef George Quinn ergänzte: "Sollte es nicht möglich sein, Kapital zu günstigen Konditionen vollständig zu investieren, ist die Zahlung von Sonderdividenden für 2012 und darüber hinaus denkbar."

Für 2011 sollen die Eigentümer eine auf drei Franken je Aktie angehobene Dividende erhalten, nachdem Swiss Re den Jahresgewinn trotz immenser Schadenzahlungen auf 2,6 Milliarden Dollar verdreifachte. Geholfen hat dem Konzern unter anderem eine außergewöhnlich niedrige Steuerquote infolge der Umstrukturierung des Konzerns. Zudem konnten nicht mehr benötigte Schadenreserven in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar aufgelöst werden. 2010 hatte außerdem eine an den legendären US-Investor Warren Buffett gezahlte Entschädigung das Ergebnis verhagelt.

Auch marode Euro-Staatsanleihen spielten anders als bei vielen Branchenvertretern keine Rolle. "Wir haben richtig investiert", sagte Finanzchef Quinn. Swiss Re hat in seinen 151 Milliarden Dollar Anlagen kaum Anleihen der von der Schuldenkrise betroffenen Euro-Länder: Das Anlagevolumen beläuft sich auf lediglich 59 Millionen Dollar, griechische und irische Staatspapiere sind nicht darunter. Die Aktienquote beträgt nur zwei Prozent. Konkurrent und Branchenprimus Münchener Rück und Europas größter Versicherungskonzern Allianz mussten dagegen neben den enormen Schäden auch Milliardenabschreibungen auf Aktien und Anleihen stemmen.

Die Swiss Re-Aktien gewannen an der Börse 3,7 Prozent auf 54,95 Franken und setzten sich damit an die Spitze der europäischen Versicherungswerte. "Das Ergebnis war insgesamt solide, auch wenn die Reserveauflösungen im vierten Quartal beträchtlich waren", erklärte Analyst Daniel Bischof vom Broker Helvea. Sein Kollege Martin Schwab von der Bank Sarasin kommentierte: "Obendrein dürften die überzeugende Dividende und die Erklärungen zu möglichen Sonderdividenden vom Markt positiv aufgenommen werden."

BRANCHE KANN NACH REKORD-KATASTROPHENJAHR PRÄMIEN ERHÖHEN

Angesichts der außergewöhnlich hohen Schäden im Vorjahr kann die Rückversicherungsbranche wieder höhere Preise für die Versicherungsdeckung verlangen. Die Vertragserneuerungen im Januar brachten Swiss Re 20 Prozent Prämienplus in der obligatorischen Schaden- und Unfallversicherung. Dieser Aufwärtstrend dürfte sich bei den Erneuerungsrunden im April und Juli fortsetzen. "Es war das Jahr mit dem höchsten ökonomischen Schaden für den Planeten", sagte Konzernchef Lies.

Swiss Re kosteten die Naturkatastrophen 3,4 Milliarden Dollar - das Gros davon entfiel auf die verheerenden Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überschwemmungen in Thailand. Die größte Sparte Sachversicherung fuhr deswegen einen Verlust ein. Insgesamt steigerte der Konzern die verdienten Prämien im Vorjahr um acht Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar.