Krisenbank Dexia häuft Jahresverlust von 11,6 Milliarden Euro an

Donnerstag, 23. Februar 2012, 15:34 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Die staatlich aufgefangene französisch-belgische Bank Dexia hat im Krisenjahr 2011 einen Verlust von 11,6 Milliarden Euro angehäuft.

Negativ zu Buche schlugen neben der von den Regierungen vorangetriebenen Zerschlagung auch die faulen Griechenland-Papiere. Der Verkauf des belgischen Privatkundengeschäfts an den Staat sorgte allein für ein Minus von vier Milliarden Euro, wie das Management am Donnerstag mitteilte. Die Trennung vom Geschäft der Kommunalfinanzierung in Frankreich war für eine weitere Milliarde Euro Verlust verantwortlich.

Dexia-Aktien reagierten zu Handelsbeginn mit kräftigen Abschlägen von rund fünf Prozent, begrenzten die Verluste aber im Verlauf auf rund ein Prozent.

Die akute Notlage der inzwischen aufgespalteten Dexia hatten Ende 2011 Garantien von Frankreich, Belgien und Luxemburg überbrückt. Im Oktober war ein Rettungsplan aufgestellt worden. Das Schicksal Dexias erinnert teilweise an das von Fortis, der einst größten Bank der Benelux-Staaten. Auch sie war im Zuge der Finanzkrise in eine Schieflage geraten und musste sich danach gesundschrumpfen. Für das Krisenjahr 2008 wies Fortis damals einen Verlust von 28 Milliarden Euro aus. Fortis ist mittlerweile im belgischen Versicherer Ageas aufgegangen.