Deutsche Bank bei Postbank kurz vor Squeeze-out-Mehrheit

Dienstag, 28. Februar 2012, 18:13 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Für die Post in Deutschland ist das Bankgeschäft nach 103 Jahren Geschichte.

Die Deutsche Post hat seine letzten Anteile an der Postbank am Dienstag wie erwartet an die Deutsche Bank verkauft. Der Branchenprimus hält nach eigenen Angaben nun 93,7 Prozent an der Postbank, nachdem er in den vergangenen 14 Monaten weitere 2,2 Prozent am Markt zugekauft hat. Der Anteil reicht aber noch nicht ganz, um die Postbank von der Börse zu nehmen. Um die Kleinaktionäre gegen eine Abfindung hinauszudrängen (Squeeze-out), wäre eine Beteiligung von 95 Prozent vonnöten. Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte am Dienstag nicht sagen, ob die Bank am Markt weiter zukaufen wolle.

Anleger setzen auf eine lukrative Abfindung und haben den Kurs der Postbank-Aktie seit September um 42 Prozent auf bis zu 28,13 Euro nach oben getrieben. Die Deutsche Bank hat ihnen ein Abfindungsangebot für ihre Aktien bereits in Aussicht gestellt, um einen Beherrschungsvertrag abschließen und die Postbank enger an die Kandare nehmen zu können.

Die Bank hatte mitten in der Finanzkrise die Mehrheit an der Postbank übernommen, um sich mit den milliardenschweren Einlagen von deren Kunden eine stabile Refinanzierung zu verschaffen. Die Post hatte das Recht, der Deutschen Bank ihre restlichen Aktien Ende Februar 2012 anzudienen. Den Kaufpreis von 4,9 Milliarden Euro hatte sie aber bereits 2009 erhalten. Insgesamt wird die Postbank-Übernahme die Deutsche Bank rund 6,4 Milliarden Euro kosten.

Der Postscheckdienst war 1909 ins Leben gerufen worden. Bei der Postreform 1989 wurde er als Deutsche Bundespost Postbank verselbständigt und 1994 in eine Aktiengesellschaft überführt. Seit 2004 ist die Postbank an der Börse notiert.

 
The logo of Germany's largest business bank, Deutsche Bank, is seen at the bank's headquarters behind twigs in Frankfurt January 31, 2012. Deutsche Bank's outgoing CEO Josef Ackermann will announce the bank's annual figures during a news conference on February 2.  REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS LOGO)