Zementkonzern Holcim leidet unter starkem Franken

Mittwoch, 29. Februar 2012, 11:09 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der starke Franken und die schwache Baustoffnachfrage in Europa und Nordamerika haben beim Schweizer Zementkonzern Holcim 2011 tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Mit 20,74 Milliarden Franken (17,21 Milliarden Euro) lagen die Verkaufserlöse der weltweiten Nummer zwei um 4,2 Prozent unter denen des Vorjahres, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Wegen 775 Millionen Franken Wertberichtigung auf eine Minderheits-Beteiligung in Südafrika sowie auf Anlagen in Spanien, Osteuropa und den USA schrumpfte der Reingewinn des HeidelbergCement-Konkurrenten auf 275 Millionen Franken nach zuvor 1,18 Milliarden Franken. Analysten hatten allerdings mit einem noch niedrigeren Reingewinn von 192 Millionen und einem Umsatz von 20,38 Milliarden Franken gerechnet.

Auch die Aktionäre müssen zurückstecken: Holcim kündigte eine Kürzung der Dividende an. Diese soll für das abgelaufene Jahr nur noch 1,00 Franken je Aktie nach 1,50 Franken im Vorjahr betragen. Die Holcim-Aktien stiegen an der Schweizer Börse um 1,4 Prozent auf 59,10 Franken.

Auch beim Branchenprimus Lafarge hatten Abschreibungen auf das kriselnde Griechenland-Geschäft zuletzt den Gewinn deutlich einbrechen lassen.

Für Europa rechnet Holcim im laufenden Jahr mit einer stagnierenden Nachfrage, während sich Nordamerika etwas erholen dürfte. Auch HeidelbergCement hatte zuletzt von einer Erholung der Baustoffnachfrage in den Industriestaaten gesprochen. In den Wachstumsmärkten Südamerikas und Asiens, aber auch in Russland und Aserbaidschan, sollte der Aufwärtstrend ebenfalls weiter anhalten. Laut Holcim habe sich die Situation im vierten Quartal bereits deutlich verbessert.