Ex-BayernLB-Vorstand hat vor Gericht schlechte Karten
München (Reuters) - Der Ex-Vorstand der BayernLB muss sich wegen der Übernahme der österreichischen Krisenbank HGAA auf viel Gegenwind im Schadenersatzprozess am Landgericht München einstellen.
"Wir können uns eine Haftung bestimmter Beklagter durchaus vorstellen", sagte die zuständige Richterin Isabel Liesegang am Dienstag zum Prozessauftakt. Dies sei aber nur eine vorläufige Bewertung. Die Richterin schlug allen Beteiligten eine nicht-öffentliche Mediation vor, um zu einer gütlichen Einigung zu kommen. Dies sei geboten, weil die Klage sehr komplex sei, es in mehreren Punkten Gegenklagen gebe und die Verfahrensdauer nicht absehbar sei.
Deutschlands zweitgrößte Landesbank wirft acht Ex-Vorständen, dem kompletten Führungsgremium, vor, durch die Übernahme 2007 einen Schaden von mindestens 200 Millionen Euro verursacht zu haben. Die Konditionen des Erwerbs seien von Anfang an unvertretbar gewesen, heißt es in der Klage. Der Kaufpreis sei völlig überteuert und die Prüfung der Bücher zu knapp gewesen, Alarmsignale seien ignoriert und Sicherungsmechanismen nicht in den Kaufvertrag eingebaut worden. Zudem seien Informationspflichten gegenüber den Kontrolleuren verletzt und ohne Ermächtigung des Verwaltungsrats gehandelt worden. Die Ex-Manager weisen jede persönliche Schuld zurück. Die Akquisition sei wegen der Finanzkrise ein Misserfolg geworden, hieß es in der Vergangenheit immer wieder.
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