Peugeot - Staat sollte Lohnnebenkosten senken

Freitag, 13. Juli 2012, 16:00 Uhr
 

Paris (Reuters) - Nach der Streichung Tausender Stellen hat der angeschlagene Autobauer Peugeot Citroen die französische Regierung zur Senkung der Sozialversicherungsbeiträge aufgefordert.

"Wir hätten gerne eine Reduzierung der Aufwendungen, die die Arbeitskosten belasten", sagte Konzern-Chef Philippe Varin in Interviews der Zeitung "Liberation" und dem RTL-Hörfunk. Zugleich ging er am Freitag auf die Gewerkschaften zu. Es gebe bei den geplanten Kürzungen etwas Spielraum. Der Konzern wolle auch versuchen, andere Unternehmen an den Standort Aulnay bei Paris zu locken, die nach der Schließung des Peugeot-Werkes in zwei Jahren 1500 neue Arbeitsplätze schaffen könnten.

In Frankreich sind die Arbeitskosten überdurchschnittlich hoch. Sie sind allein zwischen 2000 und 2008 um 55,8 Prozent gestiegen. In Deutschland legten sie im selben Zeitraum unter anderem dank der Lohnzurückhaltung um 17,2 Prozent zu. Peugeot hat am Donnerstag als erster der großen europäischen Autobauer wegen der Absatzkrise die Reißleine gezogen: Der Konzern, der sich zur Kostensenkung in Europa mit der Opel-Mutter General Motors verbündet hat, streicht weitere 8000 Jobs und macht die Fabrik Aulnay dicht. Es ist die erste Werkschließung der Branche in Frankreich seit 20 Jahren. Der neue sozialistische Präsident Francois Hollande hatte angekündigt, den betroffenen Arbeitern so weit wie möglich zu helfen. Die Regierung will die neuen Hilfen am 25. Juli vorstellen.