T-Mobile USA wird vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger
Frankfurt (Reuters) - Nach einer langen Durststrecke hat die Deutsche Telekom ihre Tochter T-Mobile USA wieder flottgekriegt.
Der Mobilfunk-Anbieter - Nummer Vier auf dem US-Markt - habe im zweiten Quartal mit 1,1 Milliarden Euro 19 Prozent mehr Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) eingefahren, teilte die Telekom am Donnerstag mit. Der Umsatz sei um neun Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen. Die Telekom führt den Turnaround auf einen strikten Sparkurs zurück, mit dem die Kosten in dem Geschäft um knapp eine Milliarde Dollar gedrückt werden sollen. Zudem bezuschusst der Telekom-Ableger neue Handys nicht mehr so stark wie früher - auch das spart Geld. Gleichzeitig baut T-Mobile USA Personal ab. Im Jahresvergleich wurden 5000 Stellen gestrichen - Ende Juni beschäftigte das in der Nähe von Seattle ansässige Unternehmen noch gut 30.000 Mitarbeiter.
Geholfen hat der Telekom-Tocher der starke Dollar. Ohne diesen Effekt wäre der Quartalsgewinn um lediglich sechs Prozent gestiegen und der Umsatz sogar rückläufig gewesen. Und ein Problem hat die Telekom weiter nicht im Griff: Die wichtigen Vertragskunden, die üblicherweise mehr für ihren Handyvertrag ausgeben, laufen dem Unternehmen scharenweise davon. Im abgelaufenen Vierteljahr wechselten 560.000 von ihnen zur Konkurrenz - nach gut einer halben Million im Jahresauftaktquartal.
Die Telekom kämpft in Amerika seit Jahren mit Gegenwind und wollte ihren US-Ableger 2011 eigentlich für 39 Milliarden Dollar an den zweitgrößten US-Mobilfunker AT&T verkaufen. Allerdings stoppten die US-Wettbewerbsbehörden den Deal. Sie befürchteten, dass nach einer Fusion von AT&T mit der Nummer vier auf dem US-Markt die Preise steigen könnten. Die Telekom will sich weiter aus den USA verabschieden, hält aber einen vollständigen Verkauf von T-Mobile USA mittlerweile für unwahrscheinlich.
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