Ex-Siemens-Manager Seifert verlässt AMD
San Francisco (Reuters) - Der US-Chipkonzern Advanced Micro Devices (AMD) verliert überraschend seinen Finanzchef, den Deutschen Thomas Seifert.
Anleger reagierten geschockt auf die Nachricht, die AMD-Aktie brach außerbörslich um fast zwölf Prozent ein.
Seifert wolle sich anderen Möglichkeiten zuwenden, teilte AMD am Montagabend nach New Yorker Börsenschluss mit. Der knapp 50-jährige ehemalige Siemens-Manager strebt nach Informationen aus Unternehmenskreisen eine Position als Konzernchef an, nachdem er bei AMD vergangenes Jahr die Rolle des Chief Executive Officer vorübergehend inne hatte.
Anleger nahmen die Nachricht mit Beunruhigung auf, gilt Seifert doch als ausgewiesener Experte mit jahrelanger Branchenerfahrung. Seifert sei zwar nur drei Jahre in dem Job gewesen, doch er habe deutlich mehr Erfahrung gehabt als andere AMD-Manager. "Der Weggang von Thomas ist ein Riesen-Ding. Er war auch bei Investoren ziemlich beliebt. Er galt als Fels in der Brandung", sagte Analyst Patrick Wang von Evercore Partners.
AMD versuchte, die Wogen zu glätten. "Das Ausscheiden von Seifert beruht nicht auf einer Uneinigkeit über die Bilanzierungspraxis des Unternehmens oder Finanzmitteilungen", teilte der Konzern mit. Bis es einen Nachfolger gibt, soll Devinder Kumar den Job übernehmen. Kumar ist derzeit im Controlling von AMD tätig und Senior Vice President.
Seifert begann seine Laufbahn Anfang der 1990er beim Münchner Siemens-Konzern. Später wechselte er zur Siemens-Tochter Infineon und dann zur Ausgründung Qimonda. AMD zufolge soll Seifert noch bis 28. September im Unternehmen bleiben, um den Wechsel des Finanzvorstands zu begleiten.
AMD stellt Chips für PCs her, ärgster Rivale ist Intel. Wie andere Firmen der Branche leidet der US-Konzern unter der zunehmenden Beliebtheit von Smartphones und Tablet PCs, die die Nachfrage nach herkömmlichen Personal Computern abschmelzen lässt. Die Probleme bei AMD gelten zum Teil aber auch als hausgemacht: Experten sehen AMD schwach geführt. CEO Rory Read ist seit August vergangenen Jahres auf dem Chefsessel. Er hatte zuvor bei Lenovo und IBM Erfahrungen gesammelt.
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