Kreise - Lufthansa-Schlichtung geht noch weiter

Montag, 5. November 2012, 13:23 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Schlichtung zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo geht Insidern zufolge wie vereinbart weiter.

Ein Konsens zwischen den beiden Tarifparteien sei zwar noch nicht erreicht worden, die Verhandlungen allerdings auch nicht gescheitert, sagten zwei Personen aus dem Umfeld der Schlichtung am Montag Reuters. Geplant sei vielmehr weiterhin, dass Schlichter Bert Rürup am 13. November einen Kompromissvorschlag vorstellt. Dieser könne dann von der Lufthansa und den Flugbegleitern angenommen oder abgelehnt werden. In einem Medienbericht hatte es zuvor geheißen, dass die Vermittelungsgespräche vor dem Aus stünden.

Nach einer Streikwelle der Stewards und Stewardessen im Sommer ringen die Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo, die rund 18.000 Flugbegleiter der Airline vertritt, seit Ende September in einer Schlichtung um einen Tarifkompromiss. Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich nicht zum Stand der Verhandlungen äußern, da Stillschweigen vereinbart worden sei. Streiks sind derzeit ausgeschlossen - die Friedenspflicht gilt noch bis zum 30. November. Ufo wollte sich nicht äußern.

Konzernchef Christoph Franz hatte vergangene Woche bei der Vorlage der Quartalsbilanz eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Bis Ende des Jahres sollen 34 Flugzeuge weniger eingesetzt werden. Das hieße, dass 2000 Flugbegleiter und 500 Piloten weniger gebraucht werden als geplant. In der Schlichtung werde debattiert, wie Lufthansa mit den Beschäftigten umgehe, die zuviel an Bord seien. Betriebsbedingte Kündigungen habe die Airline nicht von vornherein ausschließen können. "Wir werden aber alles tun, dass wir diese Maßnahmen und Veränderungen sozialverträglich gestalten", sagte Franz am Sonntag dem Fernsehsender "Phoenix".

Die Schlichtungsgespräche unter Leitung des Ex-Wirtschaftsweisen Rürup standen bereits mehrmals vor dem Scheitern. So hatte die Gewerkschaft der Lufthansa Mitte Oktober wegen des geplanten Ausbaus der Billigtochter Germanwings mit einem Abbruch der Verhandlungen gedroht.

Die Gewerkschaft war mit der Forderung von fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 15 Monaten in die Schlichtung gegangen, Lufthansa hatte eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten.

 
People stand under the logo of the Lufthansa carrier during the inauguration of the A330-200 passenger plane flight simulator at the Lufthansa Flight Training (LFT) centre in Berlin, November 1, 2012. REUTERS/Thomas Peter