Hannover Rück nach starkem Quartal auf Rekordkurs

Dienstag, 6. November 2012, 11:48 Uhr
 

München (Reuters) - Die Hannover Rück ist nach einem starkem dritten Quartal auf Rekordkurs für das Gesamtjahr.

"Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass ein Konzernergebnis von mehr als 800 Millionen Euro realistisch ist", sagte der Chef des weltweit drittgrößten Rückversicherers, Ulrich Wallin, am Dienstag. 2010 hatte der Münchener-Rück-Rivale mit knapp 749 Millionen Euro den bislang höchsten Gewinn erzielt. Wegen des holprigen Börsengangs der Konzernmutter Talanx hatte das norddeutsche Unternehmen bisher keine Gewinnprognose gegeben. Die Prämieneinnahmen sollen 2012 um acht bis neun Prozent zulegen, nachdem zuletzt ein Plus von fünf bis sieben Prozent erwartet worden war.

Die Gewinnprognose könnte allerdings noch von hohen Schäden durch Hurrikan "Sandy" durchkreuzt werden. Zur eigenen Last im vierten Quartal gebe es noch keine Erkenntnisse, so Finanzchef Roland Vogel. Sollte der Wirbelsturm die Versicherungsbranche fünf bis 20 Milliarden Dollar kosten, wie es Expertenschätzungen nahelegen, seien keine Anpassungen erforderlich. "Wir sehen unser Jahres-Budget nicht in Gefahr." Von den 560 Millionen Euro, die den Niedersachsen für Großschäden zur Verfügung stehen, wurden bis Ende September erst 193 Millionen verbraucht. "Sandy" war Ende Oktober auf die US-Ostküste getroffen und hatte unter anderem in New York, wo besonders viel versichert ist, eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Es dürfte bei vielen Versicherern dieses Jahr der größte Einzelschaden werden.

SONDEREFFEKTE TREIBEN ANLAGEERGEBNIS IN DIE HÖHE

Im dritten Quartal verdiente die Hannover Rück unter dem Strich 265,5 Millionen Euro, ein Plus von knapp 63 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit 213 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern profitierte von einem stark verbesserten Kapitalanlageergebnis, höheren Einnahmen und nur moderaten Belastungen durch Naturkatastrophen. An der Börse verteuerten sich Hannover-Rück-Aktien daraufhin um vier Prozent auf 55,65 Euro und waren einer der größten MDax-Gewinner.

Das Kapitalanlageergebnis, das um vier Fünftel auf 499,3 Millionen Euro zulegte, wurde von Sondereffekten getrieben. Jeweils knapp 60 Millionen Euro gingen auf Derivate-Effekte und den Verkauf von Immobilien zurück. Als Großschaden schlug von Juli bis September vor allem die verheerende Dürre in den USA zu Buche, die das Unternehmen netto 49,2 Millionen Euro kostete. Hinzu kamen Hurrikan "Isaac" (11,4 Millionen Euro) und Taifun "Haikui" (12,5 Millionen).

Finanzchef Vogel sagte, die Hannover Rück werde 35 bis 40 Prozent ihres Gewinns als Dividende ausschütten, unter Umständen auch ein wenig mehr. Für 2013 peilt der Konzern ein Plus bei den Prämieneinnahmen von rund fünf Prozent an. Der Überschuss soll bei rund 800 Millionen Euro liegen.