Nissan schraubt Gewinnprognose für Gesamtjahr nach unten

Dienstag, 6. November 2012, 10:12 Uhr
 

Yokohama (Reuters) - Der japanische Autobauer Nissan hat wegen des Boykotts durch chinesische Kunden seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 20 Prozent gesenkt.

Nissan erwartet unter dem Strich nun noch ein Ergebnis von 320 Milliarden Yen (rund 3,1 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Wegen des Käuferstreiks in China schraubte Nissan auch seine Absatzprognose herunter: Statt der bislang angepeilten 5,35 Millionen Fahrzeuge rechnet das Unternehmen nun mit weltweit 5,08 Millionen verkauften Modellen.

Der Boykott chinesischer Kunden richtet sich generell gegen japanische Marken. Hintergrund ist ein politischer Streit um eine Inselgruppe zwischen Japan und der Volksrepublik. Der Protest traf Nissan aber besonders hart, weil das Unternehmen gut jedes vierte Fahrzeug in der Volksrepublik absetzt. Damit ist China Nissans wichtigster Einzelmarkt. Doch auch in den USA und Europa fiel der Absatz im vergangenen Quartal schlechter aus als erwartet. Dennoch gelang es Nissan, seinen Nettogewinn im zweiten Geschäftsquartal um knapp acht Prozent auf 106 Milliarden Yen zu steigern, was über den Erwartungen von Analysten lag.

Der Inselstreit zwischen China und Japan hatte zuvor auch Honda einen Strich durch die Gewinnrechnung gemacht. Der japanische Autobauer kappte bereits in der vergangenen Woche seine Prognose für das Nettoergebnis im laufenden Geschäftsjahr um ein Fünftel auf 375 Milliarden Yen. Dagegen hob Schwergewicht Toyota seine Prognose am Montag an: Der VW-Rivale peilt für das Gesamtjahr jetzt einen Nettogewinn von 780 Milliarden Yen an. Das sind 2,6 Prozent mehr, als Toyota bisher in Aussicht gestellt hatte.

 
Nissan Motor Co.'s Chief Operating Officer Toshiyuki Shiga speaks during a news conference at company's headquarters in Yokohama, south of Tokyo November 6, 2012. Nissan Motor Co. cut its full-year net profit forecast by a fifth to $3.99 billion, joining rival Honda Motor, after car sales tumbled in China, the world's biggest autos market, amid anti-Japanese protests over a territorial dispute. REUTERS/Yuriko Nakao (JAPAN - Tags: TRANSPORT BUSINESS)