Holcim macht Europa-Schwäche in Schwellenländern wett

Mittwoch, 7. November 2012, 10:18 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Dem weltweit zweitgrößte Zementkonzern Holcim hilft seine starke Stellung in den Schwellenländern und Nordamerika über die Konjunkturschwäche in Europa hinweg.

Insbesondere die boomende Bauwirtschaft in den Wachstumsmärkten Asiens, in Russland und Mexiko sowie die robuste Nachfrage in Nordamerika sorgten im abgelaufenen Quartal für ein Umsatzplus von knapp zehn Prozent auf 5,84 Milliarden Franken (4,84 Milliarden Euro), wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch hieß. Der Reingewinn stieg dank Preiserhöhungen und Kostensenkungen um 10,5 Prozent auf 394 Millionen Franken.

Die Aktie verlor an der Schweizer Börse am Vormittag dennoch 0,5 Prozent. Experten hatten sich einen etwas stärkeren Gewinnzuwachs auf 405 Millionen Franken erhofft. Außerdem lasteten Analysten der Bank Notenstein zufolge die trüben Aussichten für Europa auf dem Aktienkurs. Für Holcim spreche allerdings neben der "hohen geografischen Ausgewogenheit", dass der Konzern seine Kosten gut im Griff habe.

Wie es in der Mitteilung weiter hieß, dürfte der Bedarf an Baustoffen wie Transportbeton, Zuschlagstoff und Asphalt 2012 in Asien, Lateinamerika, Russland sowie Aserbaidschan weiter steigen. Darüber hinaus erwartet der hinter der französischen Lafarge weltweit zweitgrößte Anbieter von Baustoffen in Nordamerika ebenfalls eine höhere Nachfrage nach Zement. "In Europa dürften dagegen die Verkaufsvolumen in allen Bereichen zurückgehen", sagte Holcim.

So sieht sich Holcim mit dem im Mai vom neuen Konzernchef Bernard Fontana eingeleiteten Kostensenkungsprogramm weiterhin auf Kurs, bis Ende 2014 den Betriebsgewinn um mindestens 1,5 Milliarden Franken zu verbessern. Insbesondere in Europa werde die schlankere Konzernstruktur helfen, mit den schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen fertig zu werden. Auch den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen und peilt ein organisches Wachstum des operativen Gewinns (Ebitda) an.

Der deutsche Marktführer HeidelbergCement will am Donnerstag über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal informieren. Analysten erwarten auch hier aufgrund von Preiserhöhungen in Boommärkten wie USA, Australien sowie Indonesien und Bangladesch einen Gewinnanstieg von gut sechs Prozent.

 
A general view shows Switzerland's Holcim cement production plant in Siggenthal, February 29, 1012.REUTERS/Christian Hartmann