Reebok überschattet starke Quartalsbilanz von Adidas

Donnerstag, 8. November 2012, 09:17 Uhr
 

München (Reuters) - Adidas schlägt sich weiterhin besser als die Konkurrenz und kann auch im dritten Quartal 2012 hohe Umsatz- und Gewinnsteigerungen verbuchen.

Der zweitgrößte Sportartikel-Hersteller nach Nike muss wegen hausinterner Probleme bei der US-Tochter Reebok aber seine Umsatzprognose für dieses Jahr senken. Im vierten Quartal rechnen die Franken zudem mit roten Zahlen, weil dann die finanziellen Belastungen für den Reebok-Umbau in Indien, der nach einem Betrugsfall nötig wurde, zu Buche schlagen. Nächstes Jahr will Adidas-Chef Herbert Hainer aber - wie 2012 - neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn aufstellen. Dann soll auch Reebok wieder helfen.

Der Überschuss kletterte von Juli bis September um 14 Prozent auf 344 Millionen Euro, der Umsatz um elf Prozent auf 4,2 Milliarden, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Damit wurden die Markterwartungen in etwa erreicht. Denn von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 4,15 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 335 Millionen gerechnet. Die Zuwächse fielen allerdings knapper als noch im zweiten Quartal aus, als die Fußball-Europameisterschaft der Marke mit den drei Streifen einen Schub verlieh.

Im dritten Quartal glänzte Adidas vor allem mit seinen eigenen Läden, aus dem Großhandel kamen dagegen kaum Impulse. Die größten Umsatzzuwächse mit währungsbereinigt jeweils mehr als zehn Prozent gab es in Osteuropa, China und Lateinamerika. Bei Reebok betrug das Minus indes satte 25 Prozent, weswegen Nordamerika insgesamt rückläufig war.

Im Vergleich mit Nike und Puma schlägt sich Adidas bestens. Der US-Konzern war zuletzt zwar noch stark gewachsen, verdiente dabei aber insgesamt und pro Produkt weniger. Puma ist viel stärker von Europa abhängig und daher voll von der Schuldenkrise erfasst worden. Das Puma-Management reagiert auf den Gewinneinbruch und die trüben Aussichten mit dem größten Umbau seit 20 Jahren.

Adidas will dagegen dieses Jahr auf einen Rekordgewinn von 770 bis 785 Millionen Euro kommen. Das würde einem Plus von 15 bis 17 Prozent entsprechen. Nach den ersten neun Monaten waren es bereits 798 Millionen Euro. Dementsprechend wird im vierten Quartal ein kleiner Verlust einkalkuliert. Der Umsatz dürfte im Gesamtjahr im prozentual hohen einstelligen Bereich zulegen. Bisher war von annähernd zehn Prozent die Rede. Neben Reebok wirkt sich hier der ungelöste Tarifkonflikt in der US-Eishockey-Liga NHL negativ aus. 2013 soll der Umsatz weiter steigen, die operative Marge auf etwa neun Prozent klettern und der Gewinn oberhalb von zehn Prozent zulegen.

 
Sport shoes are displayed in a store in the northern German town of Hamburg August 3, 2005. German sporting goods maker Adidas-Salomon is buying U.S. rival Reebok in a 3.1 billion euros ($3.8 billion) deal to expand its reach in Nike's home market.