Teurer Griechenland-Abschied für Societe Generale

Donnerstag, 8. November 2012, 12:33 Uhr
 

Paris (Reuters) - Der Ausstieg aus Griechenland kommt die französische Großbank Societe Generale teuer zu stehen und zehrt fast den gesamten Quartalsgewinn auf.

Unter dem Strich blieben im dritten Vierteljahr nur noch 85 nach 622 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das zweitgrößte börsennotierte Geldhaus des Landes am Donnerstag mitteilte. Negativ zu Buche schlugen vor allem Abschreibungen im Zuge des Verkaufs der griechischen Tochter Geniki und des Fondsmanagers TCW. Positiv werteten Investoren aber die Fortschritte im Kapitalmarktgeschäft: Societe Generale verdreifachte die Einnahmen im Anleihehandel und folgte damit dem Trend vieler Banken rund um den Globus. Dank Milliardenspritzen der Notenbanken haben sich die Märkte zuletzt spürbar erholt.

Die Bank ist wie viele andere auch seit Monaten auf Schrumpfkurs, um sich für die schärfere Regulierung zu rüsten. Mit diesem Prozess sei man nun weitgehend durch, erklärte das Institut, während beispielsweise die Commerzbank noch mittendrin steckt. Auch das Investmentbanking sei jetzt so zurechtgestutzt wie es sein sollte. Vorstandschef Frederic Oudea stellte klar, dass er keine Pläne habe, sich aus irgendwelchen Bereichen des Kapitalmarktgeschäfts zu verabschieden. Der Schweizer Wettbewerber UBS will dagegen das Anleihegeschäft dicht machen, was mit dem Abbau von 10.000 Stellen einhergeht.

Im nächsten Jahr erwartet Oudea weiter kaum Rückenwind durch die Konjunktur. "Das Wirtschaftswachstum dürfte 2013 eher bescheiden ausfallen, mit dem großen Unsicherheitsfaktor USA", sate er der Nachrichtenagentur Reuters. "Und in der Euro-Zone können wir keine Wunder erwarten." Die Aktien des Instituts zogen in einem freundlichen Markt um 0,7 Prozent an.