Credit Agricole verliert durch Hellas-Rückzug Milliarden

Freitag, 9. November 2012, 13:01 Uhr
 

Paris (Reuters) - Die französische Bank Credit Agricole hat wegen ihres Rückzuges aus Griechenland einen Milliardenverlust verbucht.

Der Fehlbetrag belief sich im abgelaufenen Quartal auf 2,85 Milliarden Euro, wie das Institut am Freitag mitteilte. Im Vorjahresquartal stand noch ein Nettogewinn von 258 Millionen Euro. Auch Abschreibungen beim Verkauf des Brokerhauses Cheuvreux und auf Anteile an der spanischen Bankinter belasteten das Ergebnis.

Zudem musste Credit Agricole den Wert eigener Forderungen korrigieren. Ohne Sondereffekte stand ein Gewinn von 716 Millionen Euro. Von Thomson Reuters befragte Analysten waren von 786 Millionen Euro ausgegangen.

Credit Agricole hatte sich aus Griechenland zurückgezogen und dafür die Tochter Emporiki an die Alpha Bank abgestoßen. Damit sind aber die Probleme des halbgenossenschaftlichen Institutes nicht gelöst: So gab es im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang im französischen Privatgeschäft sowie in Italien und im Investmentbanking. Manche Investoren zweifeln, ob das Institut die verschärften Eigenkapitalvorschriften nach dem Basel-III-Standard erfüllen kann. Das Unternehmen gab keine Schätzung dazu ab. Konzernchef Jean-Paul Chifflet sagte aber, dass keine Kapitalerhöhung benötigt werde, um die strengeren Regeln zu erfüllen.

Auch bei den Einnahmen verfehlte das Institut die Erwartungen von Analysten. Sie sanken um fast ein Drittel auf 3,43 Milliarden Euro. "Die Zahlen sind ziemlich enttäuschend", sagte der Händler Yves Marcais von Global Equities. Das gelte selbst dann, wenn man Sonderposten herausrechne. Die Aktie von Credit Agricole wurde am Freitagmittag mit einem Abschlag von 6,6 Prozent gehandelt.

 
Passers-by walk in front of a branch of French bank Credit Agricole in Marseille, September 13, 2011. REUTERS/Jean-Paul Pelissier (FRANCE - Tags: BUSINESS)