Credit Suisse streicht in der Schweiz 300 Stellen

Freitag, 9. November 2012, 14:26 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Sparkurs der Großbank Credit Suisse kostet weitere 300 Stellen.

In der Schweiz sollen das Vermögensverwaltungsgeschäft und das Geschäft mit kleineren Privatkunden zusammengelegt werden, wie aus einem internen Memo der Bank an seine Mitarbeiter, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, hervorgeht. "Wir gehen davon aus, dass insgesamt rund 300 Stellen abgebaut und jährlich Kosteneinsparungen von etwa 50 Millionen Franken erzielt werden", hieß es in dem Memo von Private Banking- und Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister. Über das Memo hinaus wollte Credit Suisse am Freitag keine Angaben machen.

Vom Abbau dürften vor allem Führungs-, Stabs- und andere unterstützende Funktionen betroffen sein, die mit der Zusammenlegung der beiden Einheiten überzählig werden. Insgesamt beschäftigt Credit Suisse in den beiden betroffenen Bereichen mehrere Tausend Mitarbeiter, im ganzen Konzern sind es 48.400. Bisher hat das zweitgrößte Bankhaus der Schweiz rund 2500 Stellen gestrichen. Ende Oktober hatte Credit Suisse den Sparkurs angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds verschärft. Die Bank will die Kosten nun bis Ende 2015 um vier und nicht mehr nur um drei Milliarden Franken drücken. Wie viele Arbeitsplätze das insgesamt kosten kann, will Credit Suisse nicht sagen.

Auch viele andere Schweizer Banken sind dabei, Arbeitsplätze abzubauen. So will UBS in der Schweiz 2500 Jobs streichen, der Vermögensverwalter Julius Bär und die Deutsche Bank kürzen jeweils Dutzende von Jobs in dem Land.

GEWERKSCHAFT FORDERT KURZARBEIT

Der Verband "Angestellte Schweiz" warf Credit Suisse vor, ihre Probleme ausschließlich und fantasielos mit dem Rotstift lösen zu wollen. Statt dessen sollte erst einmal Kurzarbeit eingeführt werden, wie das in anderen Branchen üblich sei, forderte der Verband.

Der Umbau bei Credit Suisse führt auch zu einer Management-Rochade. Leiter des neuen Bereichs Wealth Management & Private Clients Switzerland wird Christoph Brunner, der bisher nur für die kleineren Kunden verantwortlich war. Private Banking Schweiz-Chef Arthur Vayloyan soll die Bank verlassen, wie das Internetportal "Finews.ch" weitere berichtete. Für die Superreichen mit Vermögen ab 50 Millionen Franken und die externen Vermögensverwalter schafft Credit Suisse zudem eine neue Einheit. Leiter von Premium Clients Switzerland & Global External Asset Managers wird der bisherige Private Banking Chief Operating Officer Rolf Bögli.