Airline SAS kämpft mit drastischem Sparplan ums Überleben

Montag, 12. November 2012, 11:24 Uhr
 

Stockholm (Reuters) - Mit einem drastischen Sparplan will die angeschlagene skandinavische Fluggesellschaft SAS ihr Überleben sichern.

Geplant sind Stellenstreichungen, Gehaltskürzungen, Anteilsverkäufe und neuen Kreditlinien. "Das ist wirklich die letzte Chance, wenn es in Zukunft eine SAS geben soll", sagte Konzernchef Rickard Gustafson am Montag. SAS machen Billiganbieter wie Ryanair oder Norwegian schwer zu schaffen. Seit 2007 hat das Unternehmen keinen Jahresgewinn mehr ausgewiesen.

Insgesamt will SAS drei Milliarden schwedische Kronen (350 Millionen Euro) einsparen und sich einen Kredit über 3,5 Milliarden Kronen sichern. Dieser wird von sieben Banken sowie den Anteilseignern Dänemark, Schweden und Norwegen gestellt, ist aber vorbehaltlich einer Einigung mit den Gewerkschaften und Zustimmung der Parlamente, wo nötig. Bis Sonntag müsse man mit den Gewerkschaften übereinkommen, erklärte Gustafson. Er plant die Streichung von 800 Stellen.

Durch den Verkauf der Regionallinie Wideroe und dem Bodendienstleister sinke die Mitarbeiterzahl der Gruppe auf 9000 von 15.000. Der Lohn des Kabinenpersonals soll im Schnitt um zwölf Prozent gesenkt werden, in anderen Teilen des Unternehmens um bis zu 17 Prozent. "Ich weiß, dass wir von unseren Mitarbeitern viel verlangen, aber es geht nicht anders", sagte Gustafson. Er selbst verzichte auf 20 Prozent seines Gehaltes.

 
A tow tractors moves a SAS MD-82 aircraft from Terminal 5 to Terminal 4 at Arlanda airport north of Stockholm, February 9, 2010. REUTERS/Johan Nilsson/Scanpix (SWEDEN - Tags: TRANSPORT BUSINESS)