Düngemittelgeschäft von K+S hakt - Aktie auf Talfahrt

Dienstag, 13. November 2012, 13:00 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Eintrübung des Düngemittelgeschäfts macht K+S zu schaffen.

Das Unternehmen aus Kassel räumte am Dienstag nach einem Rückgang des Betriebsgewinns (Ebit I) im dritten Quartal ein, dass es im Gesamtjahr nur noch das untere Ende seiner Prognose von 820 bis 900 Millionen Euro erreichen wird. Auch 2013 rechnet der Konzern im Düngemittelgeschäft mit Gegenwind und schickte seine Aktie damit auf Talfahrt. K+S-Papiere verloren über fünf Prozent auf 33,92 Euro und zählten damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax.

K+S bekommt zu spüren, dass sich die Düngemittel-Riesen aus Nordamerika und Russland mit den großen Abnehmerländern Indien und China noch nicht auf Lieferverträge einigen konnten, die Signalwirkung für die gesamte Branche haben. In der Folge geriet der Preis für Kali-Düngemittel Ende des dritten Quartals auch in den Absatzmärkten von K+S unter Druck. Der Konzern verkauft seine Produkte schwerpunktmäßig in Europa sowie in Südamerika.

Der Konkurrent Potash hat wegen der sich hinziehenden Verhandlungen mit den asiatischen Ländern zuletzt zwei Mal seine Gewinnprognose gesenkt. Experten gehen davon aus, dass der gordische Knoten frühestens Ende 2012 oder Anfang 2013 zerschlagen wird. China hat ihrer Ansicht nach noch genügend Kali-Düngemittel auf Lager. Indische Abnehmer drängen wegen der gesenkten staatlichen Subventionen und der Schwäche der Landeswährung Rupie auf niedrige Preise. Das Oligopol der Kali-Düngemittel-Hersteller - weltweit gibt es nur ein Handvoll große Anbieter - ist bisher allerdings hart geblieben.

K+S-Chef Norbert Steiner rechnet im Düngemittelgeschäft, der wichtigsten Sparte des Unternehmens, auch 2013 mit einem sinkenden Umsatz und Betriebsgewinn. "Wir gehen von einer auf Vorjahresniveau liegenden Absatzmenge und einem leicht niedrige Durchschnittspreisniveau aus", sagte der für seine vorsichtigen Prognosen bekannte Jurist.

VOLLE SALZ-LAGER

Auf Konzernebene ist Steiner etwas optimistischer, zumal er nach dem vergangenen milden Winter auf Zuwächse im Geschäft mit Auftausalz hofft. "Unter der Annahme eines wieder normalisierten Wintergeschäftes eröffnen sich 2013 Chancen für eine leichte Steigerung des operativen Ergebnisses", sagte er.

Analysten, die für 2013 bisher im Schnitt einen deutlichen Anstieg des Betriebsgewinns auf 978 Millionen Euro erwartet haben, zeigten sich enttäuscht. Er sehe kurzfristig keine Ergebnis-Treiber, da es noch ein paar Monate dauern werde, bis die Düngemittelnachfrage auf der Nordhalbkugel wieder anziehe, erklärte Equinet-Analyst Michael Schäfer. Sein Kollege Stefan Kick von Silvia Quandt Research stufte die K+S-Aktie von "Kaufen" herunter auf "Halten".

Im dritten Quartal ging der K+S-Betriebsgewinn um 14 Prozent auf 157 Millionen Euro zurück. Wegen des milden Winters im vergangenen Jahr sind die Salz-Lager vieler Straßenmeistereien noch gut gefüllt und die Kommunen halten sich mit Bestellungen zurück. Zudem steigen die Kosten im Düngemittelgeschäft, wo K+S für Energie und die Erschließung einer neuen Mine in Kanada viel Geld in die Hand nehmen muss. Hinzu kommt ein außerplanmäßiger Zinsaufwand. Wegen der Niedrigzinsphase muss der Konzern mehr Geld zurücklegen, um in Zukunft die Folgen des Bergbaus zu beheben.

Der K+S-Umsatz kletterte von Juli bis Ende September um sieben Prozent auf 917 Millionen Euro, was vor allem auf Währungseffekte zurückzuführen ist. Im Gesamtjahr geht das Unternehmen jedoch nur noch davon aus, dass untere Ende seiner Prognose von 3,9 bis 4,2 Milliarden Euro zu erreichen. Im kommenden Jahr sollen die Erlöse dann wieder leicht steigen.