Gutes Handelsergebnis treibt Unicredit in die Gewinnzone

Dienstag, 13. November 2012, 16:20 Uhr
 

Mailand (Reuters) - Die italienische Großbank UniCredit schreibt dank Kostensenkungen und Zugewinnen im Handel wieder schwarze Zahlen.

Für die HypoVereinsbank-Mutter stand im dritten Quartal unter dem Strich 335 Millionen Euro Gewinn, nach 1,6 Milliarden Euro Verlust vor Jahresfrist. Damals hatten riesige Abschreibungen auf frühere Zukäufe die Bilanz verhagelt und mitten in der Staatsschuldenkrise eine milliardenschwere Kapitalerhöhung nötig gemacht. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt, obwohl Italien immer noch tief in der Rezession steckt.

Der Heimatmarkt steht für etwa 40 Prozent der Einnahmen der UniCredit. Sie ist damit weniger abhängig von der dortigen Entwicklung als viele kleinere Rivalen. Neben Osteuropa ist sie mit der Bank Austria stark in Österreich vertreten, mit der HVB in Deutschland. Bei den Münchnern ist das Investmentbanking der Gruppe angesiedelt. Hier dürften die Handelsgewinne für eine gutes Quartal gesorgt haben. Details zu den HVB-Zahlen werden am Mittwoch erwartet. Der Gewinn im Quartal lag klar über den Markterwartungen von 135 Millionen Euro. UniCredit-Aktien stiegen um rund ein Prozent auf 3,41 Euro.

Auch bei Italiens größter Privatkunden-Bank Intesa Sanpaolo sieht es trotz Bremsspuren durch die schwache Wirtschaftsentwicklung in dem südeuropäischen Land besser als erwartet aus. Im dritten Quartal stand vor Steuern ein Profit von 962 Millionen Euro, erwartet worden waren nur gut 800 Millionen. Auch hier wirkte sich das Handelsergebnis positiv aus. Intesa-Aktien legten knapp ein Prozent auf 1,20 Euro zu.

BREMSSPUREN DURCH DIE REZESSION IN ITALIEN

Intesa macht gut 80 Prozent des Geschäfts in Italien. In den ersten neun Monaten musste das Institut 3,3 Milliarden Euro für Problem-Darlehen zurücklegen, ein Anstieg von 48 Prozent zum Vorjahr. Die Risikovorsorge der UniCredit für faule Kredite summierte sich im Quartal auf 1,8 Milliarden Euro, ein Rückgang von knapp zwei Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Das Wohl beider Banken hängt aber an der Entwicklung der Schuldenkrise. Denn sie sind besonders große Gläubiger des italienischen Staates. Das entsprechende Engagement der UniCredit beläuft sich auf 42,5 Milliarden Euro. Bei Intesa sind es 80,2 Milliarden Euro.

In Medienberichten hieß es zuletzt, die beiden größten Geldhäuser Italiens könnte sich zusammentun, um sich vor einer Übernahme aus dem Ausland zu schützen. Manager auf beiden Seiten haben angebliche Überlegungen allerdings dementiert.

 
People walk past UniCredit Bank branch in Riga February 13, 2012. REUTERS/Ints Kalnins (LATVIA - Tags: BUSINESS)