EZB-Hilfen für Krisenländer bescheren HVB mehr Gewinn

Mittwoch, 14. November 2012, 11:41 Uhr
 

München (Reuters) - Die HypoVereinsbank (HVB) verdient dank der angekündigten EZB-Hilfen für die Euro-Krisenländer dieses Jahr mehr Geld.

Das Versprechen der europäischen Notenbank, notfalls unbegrenzt Anleihen der besonders schuldengeplagten Staaten aufzukaufen, habe die Börsen beruhigt und der HVB einen positiven Effekt im Handel oberhalb von 100 Millionen Euro gebracht, sagte Finanzchef Peter Hofbauer am Mittwoch in München. Weil das dritte Quartal dadurch besser lief als vom Management gedacht, hat die Tochter der italienischen UniCredit schon jetzt mehr Gewinn eingefahren als im Gesamtjahr 2011.

Im dritten Quartal blieb unter dem Strich ein Profit von 308 (Vorjahr: minus 94) Millionen Euro hängen. Nach den ersten neun Monaten sind es damit 1,22 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2011 waren es dagegen nur 971 Millionen Euro. Weil HVB-Chef Theodor Weimer zumindest mit einem kleinen Gewinn im Schlussquartal rechnet, wird es 2012 also nach oben gehen. Das Nettoergebnis von 2010, als es 1,72 Milliarden Euro waren, sei aber nicht drin, hieß es.

Die HVB kämpft im bisherigen Jahresverlauf vor allem mit dem niedrigen Zinsniveau. Dadurch werden die Einnahmen im wichtigen Kreditgeschäft geschmälert. Außerdem muss die Bank mehr Geld für problembehaftete Darlehen zurücklegen - ein Zeichen für die sich abkühlende Konjunktur in Deutschland. Dagegen steht das deutlich verbesserte Handelsergebnis. Für 2013 deutete Weimer an, auf der Einnahmeseite besser abschneiden zu wollen, während die Verwaltungskosten und die Risikovorsorge nicht steigen dürften.

Die HVB ist mit ihrem Quartalsergebnis wie die Bank Austria weiterhin eine der Stützen der UniCredit. Italiens größte Bank kam von Juli bis September 2012 auf einen Überschuss von 335 Millionen Euro - deutlich mehr als von Analysten erwartet.