BayernLB erntet Früchte des Umbaus - nur nicht in Ungarn

Donnerstag, 15. November 2012, 13:31 Uhr
 

München (Reuters) - Die BayernLB erntet langsam die Früchte ihres Konzernumbaus.

Vor Steuern sprang der Gewinn in den ersten neun Monaten um 79 Prozent auf 271 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Landesbank am Donnerstag in München mitteilte. Im Kerngeschäft schlug sich das Institut besser als bisher, es fielen zudem weniger Sonderlasten als in der Vergangenheit an. Das Sorgenkind bleibt die ungarische Tochter MKB, die trotz Kostensenkungen in den roten Zahlen feststeckt und immer wieder frisches Kapital braucht.

BayernLB-Finanzchef Stephan Winkelmeier verwies auf Fortschritte bei der MKB. Unter dem neuen Management seien etwa durch Filialschließungen die Kosten um rund 30 Millionen Euro gesenkt worden. Zudem sei die Refinanzierung jetzt unabhängiger von der Mutter. "Wir kommen deutlich voran." Der Verlust der MKB ging in den ersten neun Monaten um fast ein Drittel auf 131 Millionen Euro zurück. Die drakonische Bankenabgabe in dem osteuropäischen Land sowie die hohe Risikovorsorge für faule Kredite sorgen unverändert für rote Zahlen.

Winkelmeier sagte, er rechne nächstes Jahr mit einem geringeren Verlust der MKB, wenn es keine neuen Eingriffe der Regierung in den Markt gebe. "Ein weiterer Kapitalbedarf ist aber nicht ausgeschlossen." Die BayernLB beteiligte sich gerade erst mit rund 230 Millionen Euro an der jüngsten Kapitalerhöhung der MKB. Andere Aktionäre zogen bei der Transaktion nicht mit.

IMMOBILIEN LOCKEN INTERESSENTEN - BANKEN NICHT

Die MKB soll bis 2015 verkaufsfähig sein. Interessenten sind allerdings nicht in Sicht. Insgesamt muss sich die BayernLB - als Ausgleich für die milliardenschwere Rettung in der Finanzkrise mit Steuergeldern - von mehreren Töchtern trennen und dem Freistaat als Haupteigentümer bis 2019 fünf Milliarden Euro überweisen. So geht die Landesbausparkasse, wie bereits festgelegt, an die bayerischen Sparkassen. Die Immobilientochter GBW mit ihren 32.000 Wohnungen im Freistaat soll bis Frühjahr 2013 abgestoßen werden. Insidern zufolge gibt es rund zwei Dutzend Interessenten. Für Immobilien in Süddeutschland werden momentan sehr hohe Preise gezahlt. Der Deal könnte der Bank laut Experten zwei bis 2,5 Milliarden Euro einbringen.

Die GBW teilte ihrerseits mit, den Überschuss von Januar bis September auf 51,9 (Vorjahr: 30) Millionen Euro gehievt zu haben. Die Erlöse kletterten dank steigender Mieten und einer niedrigen Leerstandsquote um vier Prozent auf 142,8 Millionen Euro.

Die BayernLB baut zudem ihre Altlasten - darunter riskante Wertpapiere, US-Immobilien und Kredite für Schiffe und Flugzeuge - ab, seit Jahresbeginn um weitere sieben Milliarden Euro. Damit hat die sogenannte Restrukturierungseinheit nur noch ein Volumen von 20 (einst waren es 67) Milliarden Euro.

Die Landesbank, die durch den Umbau kleiner, effizienter und risikoärmer werden soll, strebt im Gesamtjahr 2012 ein positives Ergebnis an. Auch das vierte Quartal werde schwarze Zahlen bringen, sagte Winkelmeier.

 
A Bavarian public sector bank BayernLB employee walks past the bank's logo at the BayernLB headquarters in Munich July 2, 2012. REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: BUSINESS POLITICS)