Ikea räumt Zwangsarbeit von DDR-Häftlingen ein

Freitag, 16. November 2012, 17:28 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Politische Häftlinge sind in der DDR in den 80er-Jahren als Zwangsarbeiter an der Herstellung von Möbelstücken für Ikea beteiligt gewesen.

Der Deutschlandchef des schwedischen Einrichtungshauses, Peter Betzel, räumte dies am Freitag in Berlin erstmals ein und bat Betroffene um Entschuldigung.

Das Unternehmen legte eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young vor. "Die Untersuchung ergab Hinweise, dass politische Häftlinge und Strafgefangene in Teilen an der Produktion von Komponenten oder Möbelstücken, die vor 25 bis 30 Jahren an Ikea geliefert wurden, beteiligt waren", erklärte Ikea. Demnach wussten Vertreter im Ikea-Konzern sogar von der Möglichkeit der Zwangsarbeit. Sie hätten Schritte unternommen, dies zu verhindern. Es sei "nun klar, dass diese Maßnahmen nicht wirkungsvoll genug waren".

Opferverbände fordern nicht nur von dem Einrichtungshaus eine Entschädigung. Es gehe um eine Entschädigung durch alle Unternehmen, die von der Häftlingsarbeit profitiert hätten, forderte Rainer Wagner von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft.