Autovermieter Sixt blickt mit Sorge ins Jahr 2013

Montag, 19. November 2012, 13:42 Uhr
 

München (Reuters) - Die Krise in Europa macht dem Autovermieter Sixt zunehmend Sorgen.

"Ich gehe davon aus, dass Euro-Land 2013 in die Rezession rutscht", sagte Vorstandschef Erich Sixt am Montag. Diesen wachsenden Risiken könne sich auch sein Unternehmen "nicht ganz" entziehen. Die Zahl der Geschäftsreisen gehe zurück, auch in Deutschland, wo Sixt den Großteil seines Umsatzes erzielt. Eine konkrete Prognose für 2013 wollte er nicht abgeben. "Das ist ein Blick in die Glaskugel", sagte Sixt. Es werde aber schwierig, im nächsten Jahr das Rekordergebnis von 2011 zu wiederholen - besonders, weil Sixt auch in schlechten Zeiten investiere.

Für 2012 bekräftigte Sixt das Ziel, wonach das Ergebnis vor Steuern "auf hohem Niveau", aber unter dem Spitzenwert von 2011 liegen soll. In den ersten neun Monaten fuhr der Konzern einen Vorsteuergewinn von 104 Millionen Euro ein, zehn Prozent weniger als vor Jahresfrist. Höhere Kosten, etwa für den Aufbau des Geschäfts im weltgrößten Vermietmarkt USA und für die gemeinsam mit BMW betriebene Carsharing-Firma DriveNow, belasteten das Ergebnis. Der Konzernumsatz stieg um zwei Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Während die Vermieterlöse zulegten, vor allem in Westeuropa und in den USA, ging der Leasingumsatz zurück. In Deutschland sei das Wirtschaftsumfeld bereits spürbar eingetrübt.

Während die Zahl der Dienstreisen angesichts der Staatsschuldenkrise in ganz Europa gesunken sei, laufe das Geschäft mit Mietwagen für Touristen dagegen gut. "Das Letzte, was sich der Deutsche nehmen lässt, ist reisen." Sixt sei deshalb in allen Ländern mit eigenen Gesellschaften profitabel, mit Ausnahme der USA. Die Absatzkrise auf dem Pkw-Markt in Europa wirkt sich seinen Worten zufolge auf den Autovermieter positiv aus: Die Lieferfristen für Neufahrzeuge seien "praktisch verschwunden", zudem seien die Preise dank der niedrigen Nachfrage vorteilhaft.