Helaba - Nicht alle Landesbanken werden nächste Jahre überleben

Montag, 19. November 2012, 15:07 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Nicht alle deutschen Landesbanken werden nach Einschätzung der Helaba die nächsten Jahre überleben.

"Die Anzahl von fünf überregionalen aktiven Landesbanken ist nach meinem Dafürhalten nicht für die Dauer zu halten", sagte Hans-Dieter Brenner, der Vorstandschef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), am Montag auf der Branchenkonferenz "Euro Finance Week" in Frankfurt. "Ob am Ende des Tages zwei oder drei Institute die Überwinterung geschafft haben werden und sich dann neu aufgestellt haben, ist letzten Endes eine qualitative Frage."

Zu den größten Landesbanken in Deutschland zählen die LBBW, BayernLB, die Helaba, die NordLB und die HSH Nordbank. Letztere leidet unter den Folgen der Schifffahrtskrise und hat gewarnt, ab 2019 vermutlich auf staatliche Garantien zurückgreifen zu müssen. Experten und hochrangige Sparkassen-Funktionäre gehen davon aus, dass es langfristig drei bis vier große Landesbanken in Deutschland geben wird: Die NordLB im Norden, die Helaba in der Mitte sowie die LBBW und gegebenenfalls die BayernLB im Süden.

Die Forderung einiger Politiker und Experten, alle Landesbanken zu einer zu verschmelzen, halte er für unrealistisch, sagte Helaba-Chef Brenner. Auch Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon geht nicht davon aus, dass es irgendwann nur noch eine Sparkassen-Zentralbank geben wird, wie er im September im Reuters-Interview betonte. "Die Zahl der Sparkassen ist dafür zu groß und außerdem würde man Klumpenrisiken schaffen, wenn alle Institute nur mit einer Landesbank zusammenarbeiten würden."

 
The headquarters of HELABA, the federal bank of the state of Hesse and Thuringia are pictured in Frankfurt July 23, 2010. REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: BUSINESS)