Insider: Flowers bietet sich HSH Nordbank als Helfer an

Montag, 19. November 2012, 17:18 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Der US-Investor Christopher Flowers hat sich Finanzkreisen zufolge für eine Kapitalstärkung der kriselnden HSH Nordbank ins Gespräch gebracht.

Davon habe HSH-Vorstandschef Constantin von Oesterreich vergangene Woche auf einer Mitarbeiterversammlung berichtet, bestätigte ein Teilnehmer am Montag in Hamburg. Demnach hat Flowers, der bereits seit einigen Jahren Anteilseigner der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein ist, Interesse bekundet, sich erneut an der Kapitalstärkung des Instituts zu beteiligen. Eine weitere Person mit Kenntnis des Sachverhalts sagte, den Ländern liege bereits ein Angebot von Flowers vor.

Hamburg und Schleswig-Holstein bestätigten dies nicht. Ein Sprecher der Finanzbehörde der Hansestadt sagte: "Wir würden so eine Möglichkeit immer ergebnisoffen prüfen." Von Flowers war keine Stellungnahme zu erhalten. Die Bank wollte sich nicht äußern.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete in ihrer Montagausgabe ohne Quellenangabe darüber hinaus, die Investmentbank Citigroup sei mit der Suche nach zusätzlichen privaten Investoren für die HSH Nordbank beauftragt worden. Als führender Schifffahrtsfinanzierer leidet die HSH Nordbank massiv unter der Krise der Branche. Das Institut hatte seine Eigner Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein jüngst gewarnt, dass sie erstmals 2019 bis zu 1,3 Milliarden Euro aus der sogenannten Zweitverlustgarantie benötigen könnte. Bereits seit einigen Monaten prüft die Bank eine Stärkung der Kapitalausstattung, um sich für eine Verschärfung der Krise zu rüsten. Im Gespräch ist nach Angaben aus Finanzkreisen weiter auch eine Wiederaufstockung der Garantie der Länder von sieben auf zehn Milliarden Euro. Dies würde allerdings wohl ein neues Beihilfeverfahren in Brüssel auslösen, was die Bank scheut. Sie muss bereits auf Geheiß der Europäischen Union kräftig schrumpfen.

Eine Alternative könnten private Investoren sein, die zusätzliche Garantie übernehmen und dadurch Kapital bei der Bank freisetzen. Sie bekommen dafür Gebühren. Allerdings müssten diese Investoren eine Top-Bonität genießen, wie etwa große Staatsfonds, da sie sonst nicht als Garant anerkannt würden.

Bevor die beiden Länder einspringen, haftet die Bank für Verluste bis zu 3,2 Milliarden Euro selbst. Das Institut rechnet in den nächsten Jahren somit mit Belastungen, die darüber hinausgehen. Dann wären die Länder am Zug.

Flowers hatte sich vor einigen Jahren an der HSH Nordbank beteiligt. Sein Anteil ist seit der Rettungsaktion durch die Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein stark verwässert.