Ausgaben für neue Geschäfte belasten United-Internet

Donnerstag, 22. November 2012, 13:24 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Investitionen in neue Angebote und in Werbung haben den Gewinn des Internetunternehmens United Internet in den ersten neun Monaten geschmälert.

Gestützt auf ein gut laufendes operatives Geschäft bekräftigte Vorstandschef Ralph Dommermuth dennoch die Prognose für das laufende Jahr. "Mit den im bisherigen Geschäftsjahr erreichten Ergebnissen sind wir auf gutem Wege, unsere für das Gesamtjahr 2012 gesteckten Ziele zu erreichen", zeigte sich Dommermuth am Donnerstag zuversichtlich. An der Börse wurde der Bericht positiv aufgenommen. Das im Technologieindex TecDax gelistete Papier legte zeitweise fast drei Prozent zu.

Insgesamt sank von Januar bis September das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 169 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie fiel auf 55 von 62 Cent. Getrieben durch ein Rekord bei den Kundenverträgen kletterte der Umsatz dagegen um 15 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro.

Gewachsen ist vor allem das Zugangsgeschäft, in dem United Internet mit seinen Marken "1&1", "GMX" und "Web.de" seinen Kunden etwa Internet und Telefon - über Festnetz oder mobil - und Unterhaltung anbietet. Mit 1,17 Milliarden Euro bleibt das Segment das mit großem Abstand umsatzstärkste im Konzern und trägt auch den größten Teil zum Ergebnis bei.

Aber auch im Homepage-Geschäft und bei anderen werbefinanzierten oder kostenpflichtigen Anwendungen legte United Internet zu. Jedoch sank der operative Gewinn in diesem Segment insgesamt, weil Werbeausgaben für das Geschäft mit selbsterstellten Internetseiten im Ausland sowie Kosten für den Ausbau des verschlüsselten eMail-Dienstes "De-Mail" zu Buche schlugen. Die Anlaufverluste für die Projekte summierten sich seit Jahresanfang auf 99 Millionen Euro.

Für 2012 erwartet Dommermuth weiterhin einen Umsatz von etwa 2,4 Milliarden Euro sowie ein Ebit von rund 200 Millionen Euro. Darin berücksichtigt seien bereits die Anlaufkosten und Wertminderungen auf die Internetdomain-Vermarktungstochter Sedo von 46 Millionen Euro, weil sich Sedo unterplanmäßig entwickelt. Für 2013 rechnet der Vorstand mit einem deutlichen Ergebnisplus und einem Ergebnis je Aktie von etwa 1 bis 1,10 Euro.