Reckitt macht Übernahme von US-Vitaminfirma Schiff klar

Donnerstag, 22. November 2012, 17:23 Uhr
 

New York (Reuters) - Nach dem Ausstieg von Bayer aus dem Bieterverfahren um den US-Vitaminhersteller Schiff Nutrition ist nun der britische Konsumgüter-Riese Reckitt Benckiser mit seinem höheren Angebot zum Zuge gekommen.

Reckitt und Schiff hätten eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, teilte der für Marken wie Calcon-Entkalker, Kukident-Zahnprothesenreiniger oder Durex-Kondome bekannte Konzern am Donnerstag mit. Der Vorstand der in Salt Lake City ansässigen Firma werde seinen Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen. Die Briten wollen 42 Dollar je Schiff-Aktie und damit bis zu 1,4 Milliarden Dollar für das Unternehmen bezahlen. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer hatte nur 34 Dollar je Aktie bzw. 1,2 Milliarden Dollar geboten.

Reckitt steigt mit dem Zukauf in den Markt für rezeptfreie Mittel und Gesundheitsprodukte ein, der vor allem in den USA solide Wachstumsraten aufweist. Schiff produziert Vitamine und Präparate zur Verbesserung der Gelenkfunktionen und des Immunsystems. "Wir sind erfreut, den 30-Milliarden-Dollar Markt für Vitamine, Mineralien und Nahrungsergänzungsmittel mit solch einem starken Portfolio in den USA zu erschließen", erklärte Reckitt-Chef Rakesh Kapoor. Er rechne damit, den Angebotsprozess bis zum Jahresende abschließen zu können. Finanzieren will der Konzern, der bei der Übernahme von der Investmentbank Morgan Stanley beraten wird, den Zukauf mit verfügbaren Barmitteln und Kreditlinien. Kapoor erwartet von der Übernahme kurzfristig Beiträge zum Konzerngewinn. Schiff erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2012/13 (Ende Mai) Umsätze von 385 Millionen Dollar sowie einen operativen Gewinn (Ebitda) von etwa 85 Millionen Dollar.

Auch Bayer hatte sich Hoffnungen auf eine Verstärkung seines Geschäfts mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht. Die Leverkusener wollten mit Schiff Nutrition ihre Position gegenüber großen Rivalen wie Johnson & Johnson oder GlaxoSmithKline ausbauen. Doch als Reckitt das höhere Gegenangebot vorlegte, strichen sie die Segel. Ein Bieterwettkampf würde zu einem überteuerten Preis führen, hatte Bayer den Rückzug begründet. Für Pharmakonzerne sind rezeptfreie Mittel ein gutes Gegengewicht zu dem zwar profitableren, aber auch volatileren und risikoreicheren Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.