Commerzbank-Chef dringt auf weltweite Einführung von Basel III

Freitag, 23. November 2012, 13:17 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die neuen Eigenkapitalregeln für Banken sollten nach Auffassung von Commerzbank-Chef Martin Blessing möglichst schnell weltweit eingeführt werden.

"Wir sollten Basel III eher früher als später einführen. Und wir brauchen es als globalen Standard", sagte Blessing auf dem "European Banking Congress" am Freitag in Frankfurt laut Redetext. Die USA dürften nicht ausscheren, um ihren Banken einen Vorteil zu verschaffen, warnte Blessing. Aber auch in der Europäischen Union (EU) dürfe der Zeitplan für die neuen, verschärften Kapital- und Liquiditätsanforderungen nicht gefährdet werden, indem er mit fachfremden Zielen überfrachtet werde.

Blessing bekräftigte die Forderung der deutschen privaten Banken, die Europäische Zentralbank (EZB) zum Aufseher über alle Banken in ganz Europa zu machen - nicht nur für die großen, wie die Verbände von Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangen. "Ich sehe keinen anderen Anwärter für diese Aufgabe", sagte er. Die Bankenunion dürfte aber kein Vehikel für Umverteilung und Transfers werden. "Das Beispiel Spanien hat uns gelehrt, dass mittelgroße Banken ohne nachhaltiges Geschäftsmodell, die von nationalen Aufsehern abgeschirmt werden, beträchtliche Probleme erzeugen können", sagte der Commerzbank-Chef. Deutschland solle sich deshalb nicht sperren, sondern für diese umfassende Aufsichtslösung werben.

 
Men walk in front of Germany's Commerzbank headquarters in Frankfurt, November 8, 2012. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)