Bahn kämpft nun auch mit Lieferproblemen bei Regionalzügen

Sonntag, 25. November 2012, 14:58 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Nach der Verzögerung bei der ICE-3-Flotte von Siemens kämpft die Deutsche Bahn nun auch mit Lieferproblemen bei Regionalzügen.

Eine Bahn-Sprecherin sagte am Sonntag, die beim Hersteller Bombardier bestellten Züge könnte nicht wie geplant mit dem Winterfahrplan am 9. Dezember in Hessen eingesetzt werden. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest. Hintergrund sind offenbar Schwierigkeiten bei der Zulassung von 22 Züge des Typs "Talent 2" durch das Eisenbahnbundesamt.

Die "Bild am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Industriekreise, dass Bombardier die Bahn am Donnerstag über die Zulassungsprobleme informiert habe. Das Eisenbahnbundesamt verwies demnach auf "Daten-Widersprüche" und forderte Bombardier zu einer kurzfristigen Stellungnahme auf. Der Bombardier-Sprecher zeigte sich davon überrascht: "Wir haben vom Eisenbahnbundesamt bisher keine offizielle Mitteilung erhalten." Weitere Details zu möglichen Mängeln bei den Zügen wollte der Sprecher nicht nennen. Er verwies aber darauf, dass die Behörde schon über 100 Züge der "Talent"-Reihe zugelassen habe. Insgesamt hat die Deutsche Bahn bei Bombardier 320 Regionalzüge im Wert von rund einer Milliarde Euro bestellt.

Die Bahn muss nach rund einem Jahr Geduldsprobe bereits länger auf die bei Siemens bestellten neuen ICE-Züge warten. Die Übergabe verzögere sich über Anfang Dezember hinaus, teilte der Münchner Konzern am Mittwoch mit. Als Grund führte Siemens Softwareprobleme an, die jüngst bei Testfahrten aufgetreten seien.

 
A visitor passes a light installation of the logo of German rail operator Deutsche Bahn during the opening day of the "Innotrans" fair (International Trade Fair for Transport Technology - Innovative Components, Vehicles, Systems) in Berlin, September 18, 2012. The InnoTrans 2012 runs until September 21 in the German capital. REUTERS/Tobias Schwarz (GERMANY - Tags: BUSINESS TRANSPORT)