Finanzkreise: Zwei Konkurrenten an Scandlines interessiert

Montag, 26. November 2012, 18:49 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Unter den möglichen Interessenten an der Ostsee-Reederei Scandlines sind Finanzkreisen zufolge neben mehreren Finanzinvestoren auch zwei Fährgesellschaften.

Die Unterlagen sollten im Januar an die denkbaren Bieter gehen, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Noch im ersten Halbjahr 2013 wollten die bisherigen Scandlines-Eigentümer 3i und Allianz Capital Partners einen Käufer gefunden haben. Sie erhoffen sich einen Erlös von bis zu 1,4 Milliarden Euro für die größte Fährgesellschaft in der südlichen Ostsee mit zwölf Millionen Passagieren im Jahr. Ein involvierter Banker sagte, die dänische DFDS Seaways und die italienische Grimaldi erwögen eine Offerte.

Ansonsten dominieren wieder Finanzinvestoren im Bieterkreis: Apollo, AXA Private Equity, Nordic Capital und Terra Firma sowie Infrastruktur-Fonds wie die Deutsche-Bank-Tochter RREEF dürften einen Blick auf Scandlines werfen. Die schwedische Stena Line, die Scandlines in diesem Jahr fünf Frachtrouten abgekauft hatte, gilt als nicht interessiert.

Weder 3i noch die Allianz wollten sich zu ihren Plänen mit Scandlines äußern. Sie hatten 2007 insgesamt 1,5 Milliarden Euro für das Unternehmen gezahlt und 2010 den Minderheitseigentümer Deutsche Seereederei herausgekauft. Im vergangenen Jahr setzte die Fährgesellschaft 611 Millionen Euro um, bei einem operativen Gewinn (Ebitda) von 167 Millionen Euro. Doch der geplante Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark gibt Investoren Anlass zur Sorge. Ab 2020 sollen Autos und Züge durch einen Tunnel unter dem Fehrmarnbelt zwischen Dänemark und Deutschland verkehren.

Die Allianz zieht sich seit einiger Zeit aus dem klassischen Private-Equity-Geschäft zurück, wickelt nur noch Altbestände ab und investiert vor allem in Infrastruktur-Projekte. Für 3i ist Scandlines eine der größten Beteiligungen. Der Investor konzentriert sich eher auf Deals unterhalb der Milliardenschwelle.