Lehman verkauft Immobiliensparte für 6,5 Mrd Dollar

Dienstag, 27. November 2012, 14:44 Uhr
 

New York (Reuters) - Das Nachfolgeunternehmen der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers verkauft seine Immobiliensparte Archstone für 6,5 Milliarden Dollar an zwei Investmentfonds.

Damit zieht Lehman einen Schlussstrich unter die Beteiligung an kostspieligen Wetten auf den US-Häusermarkt, die das traditionsreiche Geldhaus in den Ruin und die Weltwirtschaft in die Krise gestürzt hatten. Käufer des Apartment-Spezialisten sind die Wohnungsgesellschaften Equity Residential und Avalonbay Communities, die auch die Schulden von Archstone übernehmen, wie Lehman Holdings am Montag mitteilte. Damit steigt das Volumen der Transaktion auf insgesamt 16 Milliarden Dollar.

Der Verkauf dürfte auch eine gute Nachricht für die noch verbliebenen Gläubiger der Pleite-Bank sein. Er könnte die Auszahlung von Forderungen beschleunigen, die sich noch immer auf mehr als 30 Milliarden Dollar belaufen.

Archstone besitzt mehr als 54.000 Apartments, fast alle davon in beliebten Küstenregionen in den USA wie Florida und Kalifornien oder in Ballungsgebieten wie Washington, New York, Boston oder Seattle. Das Portfolio brachte Archstone zuletzt im Monat knapp 2200 Dollar pro Einheit ein - bei einer Leerstandsquote von unter fünf Prozent.

Lehman Holdings hatte auch einen Börsengang von Archstone erwogen. Der Verkauf spült aber fast doppelt soviel Geld in die Kassen wie der angepeilte IPO-Erlös von knapp 3,5 Milliarden Dollar. Dabei kam Lehman die günstige Entwicklung am Apartment-Markt in den USA zum Ende des Jahres zugute. Die Verhandlungen mit den Käufern liefen eingeweihten Personen zufolge bereits seit dem vergangenen Jahr. Die schon bei der Aufsicht eingereichte Börsenpläne stießen dagegen gleich auf mehrere Hürden. Vor allem der hohe Schuldenberg und die Konzentration der Eigentümerrechte stand ihnen im Wege.

Lehman hatte Archstone zum Höhepunkt des Häuserbooms im vergangenen Jahrzehnt für 23,7 Milliarden Dollar gekauft und die Übernahme über Kredite finanziert. Nach dem Platzen der Immobilienblase war die Investmentbank 2008 zusammengebrochen und hatte damit die globale Finanzkrise dramatisch verschärft.