Conti will bei Reifen bis 2025 zur Weltspitze aufschließen

Dienstag, 27. November 2012, 19:24 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Der Autozulieferer Continental will im Reifengeschäft durch Wachstum in Schwellenländern zu den globalen Branchenführern aufschließen.

Dieses Langfristziel habe der Vorstand dem Dax-Konzern für Jahr 2025 gesetzt, sagte Reifenvorstand Nikolai Setzer dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Conti dominiert zwar bereits den europäischen Markt, ist weltweit aber auf Rang vier. "Aktuell müssen wir klar feststellen, dass wir hinter den großen drei globalen Reifenherstellern Bridgestone, Michelin und Goodyear im Gesamtportfolio noch weit zurückliegen", sagte Setzer.

Conti hatte vor einigen Jahren noch mit dem Gedanken gespielt, sich von der Reifensparte zu trennen. Später entschied man sich anders, weil das Reifengeschäft das Unternehmen in den Schwankungen der Automobilindustrie auch stabilisiert. Der Konzern erwirtschaftete zuletzt etwa ein Drittel des Umsatzes mit Reifen, zwei Drittel stammten aus dem Elektronikgeschäft. Weltweit lag Conti gemessen am Gesamtumsatz unter den Autozulieferern zuletzt auf Platz zwei hinter Bosch.

Die neue Reifenstrategie umfasst drei Phasen. Bis zum Jahr 2010 war das Reifengeschäft auf Profitabilität getrimmt worden. "Jetzt sind wir mitten in der zweiten Phase bis 2015, in der wir global zulegen wollen, besonders in den Schwellenländern", erläuterte Setzer. Dazu baut Continental die Produktion in China und Brasilien massiv aus. In der dritten Phase bis 2025 steht dann wieder steigende Wertschöpfung im Zentrum. Im Reifengeschäft sind die Planungszeiträume lang. Von der ersten Planung dauert es im Schnitt bis zu fünf Jahre, bis ein neues Werk so arbeitet, dass Hersteller damit auch neue Autos ausrüsten können.

 
New car tyres are seen inside the Clairoix Continental tyre factory March 12, 2009 the day after announcements that the company will cut nearly 2,000 jobs and close production at two high-cost European tyre manufacturing sites amid a severe crisis in the auto industry. REUTERS/Benoit Tessier