BP nach Ölpest von öffentlichen Geschäften in USA ausgeschlossen

Mittwoch, 28. November 2012, 17:59 Uhr
 

Washington (Reuters) - Nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat die US-Regierung den britischen Ölkonzern BP vorübergehend von sämtlichen öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen.

Dies bedeutet auch, dass BP vorerst keine Genehmigungen mehr für Erkundungen im Golf von Mexiko bekommt - eines der größten BP-Fördergebiete weltweit. BP-Manager hatten für diesen Fall angekündigt, dass sie möglicherweise ihr gesamtes US-Geschäft auf den Prüfstand stellen müssen. Bereits laufende BP-Aktivitäten sind vom jüngsten Schritt der Umweltbehörde (EPA) nicht betroffen. Die USA werfen BP "mangelnde Integrität" vor. Die EPA erklärte am Mittwoch, ein solcher Ausschluss sei üblich, wenn sich Unternehmen eines Verbrechens schuldig machten.

Im Streit um die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA hatte BP Mitte November Schuld eingeräumt und sich zu einer milliardenschweren Strafzahlung bereiterklärt. Laut EPA muss BP für eine Wiederaufnahme in öffentliche Ausschreibungen erst zeigen, dass das Unternehmen US-Geschäftsstandards erfüllt. Durch den Ausschluss könnten BP auch lukrative Treibstoff-Lieferverträge mit dem US-Militär durch die Lappen gehen. Im Golf von Mexiko steht die Position der Briten als größter Öl- und Gasproduzent auf dem Spiel. Bei BP war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. BP-Aktien gaben in London 0,5 Prozent nach.

Die BP-Bohrplattform Deepwater Horizon war im April 2010 im Golf von Mexiko explodiert. Fast 90 Tage floss unkontrolliert Öl ins Meer, weil BP das Leck nicht stopfen konnte. Die Ölpest hinterließ enorme Schäden in der Natur sowie für die Fischerei und den Tourismus.

 
BP logo is seen at a fuel station of British oil company BP in St. Petersburg, October 18, 2012. REUTERS/Alexander Demianchuk (RUSSIA - Tags: BUSINESS ENERGY LOGO)