HP-Aktionär verklagt Wirtschaftsprüfer wegen Kauf von Autonomy

Donnerstag, 29. November 2012, 07:52 Uhr
 

New York (Reuters) - Ein Aktionär des US-Computerherstellers Hewlett-Packard hat wegen der verlustträchtigen Übernahme der Softwarefirma Autonomy die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und Deloitte verklagt.

Die Unternehmen hätten mehrere Warnzeichen in der Buchführung des britischen Unternehmens nicht erkannt, heißt es in der Klage, die am Dienstag bei einem Bundesgericht in San Jose eingereicht wurde. Aufsehern und Managern von HP werden darin Pflichtverletzungen und fahrlässiges Verhalten vorgeworfen. Unter den Beschuldigten sind die jetzige HP-Chefin Meg Whitman, ihr Vorgänger - der deutsche Manager Leo Apotheker - und die heutige Finanzchefin Catherine Lesjak. Wegen einer unzureichenden Prüfung habe HP einen Milliardenverlust erlitten.

HP übernahm Autonomy 2011 für 11,1 Milliarden Dollar und musste in der vergangenen Woche 8,8 Milliarden Dollar darauf abschreiben. Für einen Großteil der Summe macht das Unternehmen eine unzulängliche Buchführung bei Autonomy geltend. Nach Whitmans Darstellung verließ sich ihr Unternehmen auch auf eine Prüfung von Deloitte durch KPMG.

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG erklärten aber nun, man habe nur einige wenige Dienstleistungen erbracht, die mit der Buchprüfung bei Autonomy nichts zu tun gehabt hätten. Dabei habe man verantwortlich gehandelt. Deloitte hatte in der vergangenen Woche erklärt, nicht für die sogenannte Due Diligence bei Autonomy vor der Übernahme durch HP verantwortlich gewesen zu sein.

 
People walk past a Hewlett-Packard (HP) stand during the Gulf Information and Technology Exhibition (GITEX) at the Dubai World Trade Centre in Dubai October 14, 2012. REUTERS/Jumana ElHeloueh