Geschäft von Ölbohrfirma CAToil läuft wie geschmiert

Donnerstag, 29. November 2012, 12:08 Uhr
 

Wien (Reuters) - Die Ölbohrfirma CAToil rechnet dank der ungebrochen starken Ölnachfrage auch in den kommenden Quartalen mit boomenden Geschäften.

"Wir sehen eine sehr starke Nachfrage für das nächste Jahr", sagte Firmenchef Manfred Kastner am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. CAToil mit Sitz in Wien bohrt im Auftrag von internationalen Konzernen wie Gazprom, Lukoil oder Rosneft in Russland und Kasachstan in teilweise erschlossenen Ölquellen. "Die Rahmenbedingungen sind sehr gut. Wir haben mit Russland einen Markt, in dem das Thema Krise, das in Westeuropa sehr stark ist, nicht vorhanden ist", sagte Kastner.

Im laufenden Jahr werde das Unternehmen daher voraussichtlich das obere Ende der Ergebnisprognose (Ebitda) von 67 bis 73 Millionen Euro erreichen. Nach den ersten neun Monaten stieg die Kennzahl bereits um gut 28 Prozent auf 58,8 Millionen Euro. Grund für das starke Ergebnisplus sind erste Erträge aus dem neuen Geschäftsfeld Conventional Drilling, in dem CAToil die Ölfelder nun nicht mehr nur von der Seite, sondern auch von oben anbohrt. Alle dafür neu angeschafften Bohranlagen sind laut Kastner mittlerweile in Betrieb. Im kommenden Jahr, in dem das neue Geschäftsfeld auf vollen Touren laufen soll, werde der Umsatz in dem Bereich erneut um rund 50 Prozent wachsen.

Zugute kommt CAToil dabei, dass große Ölkonzerne angesichts des hohen Ölpreises viele Milliarden Dollar in die Erschließung neuer und die Vertiefung bestehender Ölfelder investieren, um möglichst viel "schwarzes Gold" zu fördern und zu Geld zu machen.

Mit steigenden Gewinnen dürfen die Aktionäre - darunter Vorstandsmitglied Anna Brinkmann - auch auf eine höhere Ausschüttung hoffen. "Wenn wir sehr gute Ergebnisse liefern, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es eine gute Dividende gibt", sagte Kastner. An der Börse kam das gut an: Die im Kleinwerteindex SDAX notierte Aktie legte um 2,5 Prozent zu.

40 MIO FÜR NEUE KAPAZITÄTEN

Um die anhaltend starke Nachfrage nach Ölbohrungen zu befriedigen, investiert CAToil 2012 und 2013 insgesamt rund 40 Millionen Euro in weitere Bohranlagen. Dabei will die Firma fünf neue Anlagen (Rigs) für Bohrungen von der Seite kaufen und eine neue Flotte für Fracturing, bei dem Öl und Gas über künstlich erzeugte Risse im Gestein gewonnen werden (wie bei Schiefergas). "Wir sind zuversichtlich, dass wir diese Kapazitäten auch am Markt mobilisieren und dass wir Mitte nächsten Jahres die neuen Rigs und die Fracturing-Flotte einsetzen können", sagte Kastner. Den Wachstumsschritt will CAToil nach Worten des Finanzchefs Ronald Harder überwiegend aus Eigenmitteln finanzieren.