EADS-Rüstungssparte Cassidan streicht 850 Stellen

Freitag, 30. November 2012, 16:09 Uhr
 

München (Reuters) - Nach der gescheiterten Fusion mit der britischen BAE Systems baut der Luftfahrtkonzern EADS in seiner Rüstungssparte Cassidian 850 Stellen ab.

Betroffen seien vor allem das Management und die Verwaltung, teilte Cassidian am Freitag mit. "Mit schlankeren Strukturen können wir kürzere Reaktionszeiten gewährleisten. So wollen wir weiter wachsen und unsere Profitabilität auf Benchmark-Niveau heben", erklärte der neue Cassidian-Chef Bernhard Gerwert. Bis 2014 will er jährlich so mindestens 200 Millionen Euro sparen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

EADS-Chef Tom Enders hatte bereits nach dem Platzen der geplanten Fusion mit BAE angedeutet, es werde zu Einschnitten im Rüstungsgeschäft mit seinen 28.000 Mitarbeitern kommen. Betroffen dürfte vor allem der Hauptsitz in Unterschleißheim bei München sein. "Wir werden unser Verteidigungsgeschäft stabilisieren und verstärkt in ausgewählte Sicherheitssegmente wie Grenzschutz- und Kommunikationssysteme investieren", sagte Gerwert. Der Eurofighter-Hersteller Cassidian leidet unter schleppenden Rüstungsaufträgen im klammen Europa und will sich verstärkt auf Märkte im Nahen Osten, Indien, Brasilien und die USA verlegen.