Regierung sagt Reedern Hilfe zu - Aber keine KfW-Finanzierung

Samstag, 1. Dezember 2012, 11:40 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die krisengebeutelte deutsche Schifffahrt erhält einem Magazinbericht zufolge im nächsten Jahr staatliche Unterstützung in Höhe von 57,8 Millionen Euro.

"Das haben wir gerade beschlossen zur Stärkung des maritimen Bündnisses, das Reeder, Gewerkschaften und Bundesregierung vereinbart haben", sagte der Regierungskoordinator für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto, der "WirtschaftsWoche" laut Vorabbericht. Ziel sei es, die Ausbildung des Nachwuchses zu stärken und seemännisches Know-how am Standort Deutschland zu sichern. Der Wirtschaftsstaatssekretär und FDP-Politiker stellte der Branche zwar Steuererleichterungen in Aussicht, wies aber Forderungen nach Überbrückungshilfen der KfW zurück. Schiffsfinanzierungen durch die staatliche Förderbank sowie Abwrackprämien werde es nicht geben, wird Otto zitiert.

Die Reeder hatten angesichts des Rückzugs mehrerer Banken aus der Schiffsfinanzierung bereits Anfang Juli Hilfen verlangt, waren damit bei Otto aber auf taube Ohren gestoßen. Auch bei einem Treffen zwischen Reedern und Vertretern der Bundesregierung Ende August hatte es keine Zusagen gegeben.

Beispiel für die Notlage vieler Unternehmen der Branche sind die P+S Werften in Mecklenburg-Vorpommern, die nach jahrelangen finanziellen Problemen in die Insolvenz mussten. Die Schifffahrt hofft, dass sie spätestens 2015 das Gröbste überstanden hat.