Tengelmann rechnet mit ordentlichem Weihnachtsgeschäft

Samstag, 1. Dezember 2012, 15:45 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Handelsriese Tengelmann rechnet mit einem stabilen Weihnachtsgeschäft.

"Wenn nicht neue Hiobsbotschaften die Kauflaune dämpfen, dürfte es ein ordentliches Weihnachtsgeschäft werden", sagte Tengelmann-Inhaber Karl-Erivan Haub der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Samstag. "Wir rechnen mit einer stabilen Nachfrage bei unseren wichtigsten Vertriebslinien: den Obi-Baumärkten, dem Textildiscounter KiK und den Supermärkten von Kaiser's und Tengelmann", ergänzte er.

Vor allem im Internet dürfte das Geschäft brummen. "Bei unseren Online-Aktivitäten, also plus.de, Zalando oder Baby-Markt.de, konnten wir in der vergangenen Adventszeit einen deutlichen Bestellanstieg verbuchen", sagte Haub und merkte an, das werde auch dieses Jahr so sein.

Tengelmann setzte 2011 mit seinen Töchtern Kaiser's Tengelmann, KIK, OBI, Tengelmann E-Commerce und zahlreichen kleineren Gesellschaften 10,78 Milliarden Euro um. 32 Prozent der Erlöse erzielte die mehr als 80.000 Mitarbeiter zählende Handelsgruppe im europäischen Ausland.

Im kommenden Jahr rechnet Haub mit einem konjunkturellen Stillstand: "Ich rechne 2013 nicht mit einer Rezession in Deutschland, eher mit einer schwarzen Null", sagte er. Gefahr geht seiner Ansicht nach von den steigenden Energiekosten aus. "Wenn es die Umlage für erneuerbare Energien (EEG) nicht gäbe, hätten die Konsumenten mehr in der Tasche. Zudem belastet uns als Unternehmer die Umlage enorm."

AUSWAHLPROZESS IM EINZELHANDEL

Unterdessen dürfte sich der Auswahlprozess im Handel fortsetzen. "Wir haben enorme Überkapazitäten: 25 bis 30 Prozent der Ladenflächen sind überflüssig. Die Demografie und die Abwanderung der Kunden ins Internet werden die Situation weiter verschärfen", sagte Haub. Vor allem bei Baumärkten und Textilhändler sieht er eine Marktbereinigung. "Es gibt zu viele Baumärkte und Textilhändler in Deutschland. Über kurz oder lang wird sich da etwas tun." Aber auch Internet-Händler seien bedroht. "Auch viele Online-Anbieter werden schließen. Wenn Sie sehen, wie viele reine Lebensmittel-Lieferdienste es derzeit gibt, kommen Sie ins Grübeln."