Einzelhandel startet schwungvoll ins Weihnachtsgeschäft

Sonntag, 2. Dezember 2012, 15:56 Uhr
 

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Volle Geschäfte, volle Fußgängerzonen: Pünktlich zum ersten Schnee in vielen Teilen Deutschlands haben zahlreiche Verbraucher das erste Adventswochenende genutzt, um sich mit Weihnachtsgeschenken und Winterkleidung einzudecken.

Der Einzelhandelsverband HDE zeigte sich am Sonntag zufrieden mit dem Start in die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts. Begehrt bei den Käufern waren einer HDE-Umfrage zufolge besonders Uhren und Schmuck, aber auch winterliche Bekleidung angesichts der frostigen Temperaturen.

"Die Unternehmen sind optimistisch und rechnen in den kommenden Wochen mit einem guten Jahresendspurt", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Einzelhandel erwartet in den Monaten November und Dezember erstmals einen Gesamtumsatz von über 80 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Online-Umsatz im Weihnachtsgeschäft dürfte bei 7,4 Milliarden Euro liegen.

Die Deutschen werden nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) dieses Jahr im Schnitt 285 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben - und damit neun Prozent mehr als vergangenes Jahr. Als Grund sieht die GfK steigende Löhne und eine hohe Beschäftigungsrate.

Die Renner auf den Wunschzetteln dürften dieses Jahr nach Angaben des HDE Kaffee- und Espresso-Maschinen, digitale Kameras, Smartphones, Tablet-PCs sowie Flachbildschirme sein. Bei Spielzeugen lägen in diesem Jahr besonders ferngesteuerte Autos und Hubschrauber, Brettspiele, kabellose Autorennbahnen und Modelleisenbahnen im Trend.

AUCH TENGELMANN UND DEUTSCHE POST FROHLOCKEN

Die Deutsche Post rechnet dank des zunehmenden Einkaufs im Internet dieses Jahr sogar mit einem Rekordgeschäft zur Weihnachtszeit. "Wir profitieren besonders vom weiter wachsenden Online-Versandhandel", sagte Andrej Busch, Chef der Paketsparte DHL, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). "Das Geschäft ist im November hervorragend angelaufen." Die Zahl der in diesem Monat zugestellten Pakete liege etwa zehn Prozent über dem Vorjahresniveau, sagte Busch.

"Wenn nicht neue Hiobsbotschaften die Kauflaune dämpfen, dürfte es ein ordentliches Weihnachtsgeschäft werden", sagte auch Tengelmann-Inhaber Karl-Erivan Haub der "Wirtschaftswoche". Der Handelsriese rechnt mit einer stabilen Nachfrage bei seinen wichtigsten Vertriebslinien: den Obi-Baumärkten, dem Textildiscounter KiK und den Supermärkten von Kaiser's und Tengelmann.

 
People stroll through the Christmas market during its opening day in Berlin's Gendarmenmarkt square November 21, 2011. REUTERS/Thomas Peter