NordLB erwartet trotz Schiffskrise auch 2013 Gewinn

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 15:21 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Trotz anhaltender Probleme mit Schiffskrediten erwartet die Norddeutsche Landesbank (NordLB) auch im kommenden Jahr keinen Verlust.

2013 sei ein "ordentliches Ergebnis" zu erwarten, sagte Bank-Chef Gunter Dunkel am Dienstagabend. "Aber das wird kein Rekordjahr." Gut laufende Geschäfte mit Firmenkunden-, Flugzeug- und Immobilienkrediten machten die Misere bei Schiffen zwar wett. Noch sei aber nicht abzusehen, wie sich die von drückenden Überkapazitäten und hohen Spritpreisen gebeutelte Schifffahrtsbranche entwickeln werde. Davor habe er einen "Heidenrespekt", sagte Dunkel. Zudem sei von der Konjunktur 2013 kein Rückenwind zu erwarten und auch die Gefahr der erneuten Eskalation der Schuldenkrise sei nicht gebannt.

In diesem Jahr rechnet die Hannoversche Bank mit einem dramatischen Gewinneinbruch, weil das Institut deutlich mehr Geld für drohende Ausfälle von Schiffskrediten zurücklegen muss. Es werde allerdings mehr als eine "schwarze Null" übrigbleiben, sagte Dunkel. In den ersten neun Monaten hatte die NordLB 141 Millionen Euro verdient, im Gesamtjahr 2011 strich die NordLB mit 536 Millionen Euro so viel ein wie keine andere deutsche Landesbank.

"Am Ende des vierten Jahres der Krise wird das Geld knapp", sagte der für das Schiffsgeschäft zuständige Vorstand Eckhard Forst mit Blick auf strauchelnde Reeder, und weiteres Ungemach stehe selbst bei einer baldigen Erholung ins Haus. "Das schlimmste Jahr der Krise ist das erste Jahr des Aufschwungs", sagte er. Denn dann seien Anschubinvestitionen nötig und wer die nicht leisten könne, rutsche oft in die Insolvenz. Bereits heute sei ein Drittel der 1800 Schiffskredite der NordLB in der Restrukturierung. Da die Bank - anders als manche Wettbewerber - allerdings nicht eine Verkleinerung ihres Schiffsportfolios forciere, endeten die Gespräche der NordLB mit Schiffseignern selten in einem verlustträchtigen Zwangsverkauf, sondern meist in einer Streckung von Fälligkeiten. Zudem würden bei den Kreditverhandlungen gesunde und problematische Schiffe eines Schuldners in einen Topf geworfen und so Schwierigkeiten oft ausgeglichen.

Die Flaute in der Schifffahrt setzt auch der Commerzbank - die diesen Bereich nun aufgibt - und der HSH Nordbank massiv zu. Die HSH, die 29 Milliarden Euro an Schiffskrediten ausgegeben hat, warnte kürzlich, dass sie wegen der Krise ab 2019 vermutlich erneut Staatshilfe in Anspruch nehmen muss. Bei der NordLB werde die Summe an Wertberichtigungen auf das Buch von 19 Milliarden Euro an Schiffskrediten nächstes Jahr wohl geringer ausfallen als 2012, sagte Dunkel.

Die Risiken, die nicht nur aufgrund von Schiffen in den Bilanzen der NordLB und anderer Banken schlummern, würden derzeit von den Finanzmärkten tendenziell unterschätzt, warnte Dunkel. "Die Credit Spreads unterzeichnen derzeit die Risiken. Ich kann mir den Stand des itraxx financial von 160 nicht erklären." Auch der Wert der NordLB sei zu niedrig für die Risiken, die die Bank ausweise.