Intel kauft wie Siemens Aktien auf Pump zurück

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 10:41 Uhr
 

San Francisco/München (Reuters) - Der US-Chipriese Intel macht für Aktienrückkäufe neue Schulden und senkt so seine Kapitalkosten.

Das Unternehmen gibt neue Anleihen für insgesamt sechs Milliarden Dollar mit Laufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren aus, wie Intel in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Das Geld soll neben allgemeinen Geschäftszwecken vor allem für Käufe eigener Aktien ausgegeben werden.

Intel-Finanzchef Stacy Smith folgt mit dem Plan dem Vorbild von Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Die Münchner hatten ebenfalls Anleihen ausgegeben, um damit für fast drei Milliarden Euro ihre Aktienanzahl zu verknappen. Die Unternehmen profitieren derzeit von günstigen Bondzinsen, die unter der Dividendenrendite ihrer Firmenanteile liegen. Intel zahlt für das frische Geld je nach Laufzeit zwischen 1,35 und 4,25 Prozent Zinsen. Zum Vergleich: Die Rendite für Aktienanleger lag zuletzt bei 4,3 Prozent. Zudem steht der Kurs der Intel-Titel unter Druck, weil der Konzern die Trendwende am Computermarkt zu Tablet-PCs und Smartphones verschlafen hat. Nach der Ankündigung der Rückkaufpläne legten die Aktien gut zwei Prozent zu. "Die Kosten für das Kapital aus den Anleihen sind relativ niedrig und wir haben eine exzellente Bonität. Das ist vernünftige Finanzplanung", sagte ein Firmensprecher.

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People walk past the Intel stand on the first day of the Gulf Information and Technology Exhibition (GITEX) at the Dubai World Trade Centre in Dubai October 14, 2012. REUTERS/Jumana ElHeloueh