Merck will auch in seinem Laborausrüster-Geschäft sparen

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 10:43 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will nach Einsparungen in seinem Arzneimittelgeschäft auch seine Laborausrüster-Sparte Millipore auf mehr Rendite trimmen.

Vor allem durch Verbesserungen in der Logistik und in der Produktion will Merck in dem Geschäft ab 2017 die Kosten um 40 Millionen Euro drücken, wie der Traditionskonzern am Mittwoch im französischen Molsheim ankündigte. Mit dem Sparziel für den Laborausrüster-Bereich hat Merck-Chef Karl-Ludwig Kley nun im Zuge seines konzernweiten Umbauprogramms "Fit für 2018" drei von vier Konzernsparten konkrete Ziele vorgegeben.

Der Sparkurs im Laborausrüster-Geschäft soll Merck in den Jahren 2013 bis 2015 einmalig rund 160 Millionen Euro kosten. Der Konzern hatte Millipore 2010 für rund fünf Milliarden Euro übernommen. Mit dem Zukauf schuf sich Merck ein weiteres großes Standbein neben dem Arzneimittel- und dem Chemie-Geschäft mit Flüssigkristallen. Im vergangenen Jahr trug Millipore rund 2,4 Milliarden Euro zum gesamten Konzernumsatz von 10,3 Milliarden Euro bei. Damit ist Millipore inzwischen der zweitgrößte Bereich des Konzerns.

MERCK WIRD UMGEBAUT

Merck-Chef Kley hatte für den Konzern ein umfassendes Umbauprogramm auf den Weg gebracht, das auch mit massiven Stellenstreichungen verknüpft ist. Damit will Kley neue Führungsstrukturen etablieren, die Verwaltung entschlacken und vor allem das Pharmageschäft Merck Serono wieder schlagkräftiger machen, das zuletzt mehrere Entwicklungsrückschläge verkraften musste. Allein bei Merck Serono will Kley weltweit ab 2014 pro Jahr 300 Millionen Euro einsparen. Im Geschäft mit rezeptfreien Präparaten und Gesundheitsprodukten wie dem Schnupfenmittel "Nasivin" sollen dieses Jahr fünf Millionen Euro eingespart werden, 2013 dann 15 Millionen und ab 2014 dann jährlich etwa 25 Millionen Euro. Nur für die Chemiesparte Performance Materials, zu der das Flüssigkristallgeschäft gehört, wurden bislang noch keine konkreten Ziele veröffentlicht.

 
The logo of drugs and chemicals group Merck is pictured at one of its branches in central German city of Darmstadt March 7, 2012. REUTERS/Alex Domanski