Pharmahändler Celesio plant europäisches Apothekennetz

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 17:55 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Lloyds statt DocMorris: Der Pharmahändler Celesio will die Geschäfte seiner eigenen Apotheken in Europa künftig unter dem Markennamen "Lloyds" betreiben.

Schrittweise wolle das Unternehmen seine 2200 eigenen Apotheken unter das neue Markendach packen, kündigte das Stuttgarter Unternehmen am Donnerstag an. "Mit dem Namen 'Lloyds' wollen wir in kommenden Jahren die führende europäische Apothekenmarke aufbauen", kündigte Celesio-Vorstand Stephan Borchert an. Zu dem neuen Konzept gehöre auch die Kooperation mit unabhängigen Apotheken. Der Vorstoß soll 2013 europaweit getestet werden, erste Pilotapotheken seien in Großbritannien und Italien eröffnet worden. Der Name "Lloyds" ist bereits eine feste Größe für Celesio: Der Konzern betreibt aktuell unter dem Namen "Lloydspharmacy" rund 1600 Apotheken in Großbritannien.

Noch vor drei Jahren hatten die Stuttgarter ganz andere Pläne. Damals sollte unter dem Dach der Marke DocMorris die Expansion im Apothekengeschäft in Europa vorangetrieben werden. Der damalige Konzernchef Fritz Oesterle plante allein in Schweden 20 bis 30 neue DocMorris-Apotheken im Jahr zu eröffnen. Auch in Irland ging Celesio unter dem Namen der Internetapotheke an den Start. Doch diese Pläne sind längst Makulatur. Unter dem seit August 2011 amtierenden Chef Markus Pinger vollzieht Celesio derzeit eine strategische Kehrtwende, wozu auch der Verkauf von DocMorris an die Schweizer Firma Zur Rose gehörte. Denn mit der DocMorris-Übernahme 2007 hatte Celesio zeitweise viele seiner Kunden in der deutschen Apothekenschaft gegen sich aufgebracht.

Das nun vorgestellte neue Konzept sieht vor, dass die Apotheken zusätzliche Beratungs- und Serviceleistungen erbringen, zunächst beschränkt auf die Krankheitsgebiete Haut und Schmerz. Dabei setzt Celesio auch auf die Zusammenarbeit mit Ärzten. Zudem will der Konzern die Lagerhaltung verbessern, so dass stark nachgefragte Medikamente leichter verfügbar werden. Auch unabhängige Apotheken sollen das Serviceangebot nutzen können.