BMW plant trotz Autokrise Gewinnplus im nächsten Jahr

Freitag, 7. Dezember 2012, 15:44 Uhr
 

München (Reuters) - Der tiefen Autokrise in Europa zum Trotz nimmt sich der Oberklasse-Hersteller BMW auch im kommenden Jahr einen Gewinnanstieg vor.

"Natürlich werden wir anstreben, Steigerungen im Absatz zu erreichen und, wenn es irgendwie möglich sein wird, auch mehr Geld zu verdienen", sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner am Freitag in München. "Ich habe mir noch nie vorgenommen, weniger Geld zu verdienen." Ob die Ziele erreicht würden, hänge aber auch von den Rahmenbedingungen ab.

In Europa befinden sich die Pkw-Märkte seit rund einem Jahr im Fall, so wenig Autos wurden zuletzt vor etwa 20 Jahren verkauft. Vor allem im schuldengeplagten Süden des Kontinents trauen sich die Menschen kaum mehr, neue Autos zu kaufen, und längst hat sich die Krise auf die großen Absatzländer ausgeweitet. In China hat sich der Pkw-Markt zuletzt etwas abgekühlt. Wie andere Oberklasse-Hersteller profitiert BMW aber davon, dass im größten Automarkt der Welt teure Limousinen und Geländewagen deutscher Marken nach wie vor gefragt sind. Im November verbuchte BMW dort ein Plus von 62 Prozent. Ab nächsten März übernimmt der bisherige Deutschland-Chef Karsten Engel in China die Vertriebsleitung und löst Amtsinhaber Christoph Stark ab, der in den Ruhestand geht. Engels Nachfolger in Deutschland wird Roland Krüger, der zuletzt die Geschäfte in Japan leitete.

Wie der Finanzchef weiter sagte, steigerte BMW seinen weltweiten Absatz im November um rund 20 Prozent auf mehr als 170.000 Autos. Von Januar bis Ende November summierte sich die Zahl der verkauften Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce auf mehr als 1,66 Millionen Euro. Das sind zehn Prozent mehr als im Vergleichszeitraum und fast genauso viele wie im ganzen Jahr 2011.

Für 2012 hat sich BMW vorgenommen, den Absatz und auch den Gewinn zu steigern. Beim Endspurt auf die Jahresziele liege BMW "gut im Rennen", sagte Eichiner und bekräftigte, dass die Rendite in der Kernsparte Automobile am oberen Rand des angekündigten Korridors von acht bis zehn Prozent liegen soll. Der Finanzchef erwartet "bis Jahresende eine positive Absatz- und Geschäftsentwicklung", auch wenn es Risiken gebe. Die Lage in Europa - wo der Konzern fast die Hälfte seines Absatzes und Umsatzes erzielt - bleibe auch 2013 schwierig, BMW habe aber weiterhin gute Absatzchancen in den USA, in China und in vielen aufstrebenden Ländern.

In den USA ruft der Münchner Konzern unterdessen fast 30.000 Dieselfahrzeuge der Geländewagenreihe X5 zurück, in Deutschland etwa 50.000. Ein Motorteil könnte ermüden und dazu führen, dass der Bremskraftverstärker ausfallen könnte. Es handle sich um eine vorsorgliche Maßnahme, sagte ein Firmensprecher. Unfälle oder Schäden habe es nicht gegeben.

 
BMW luxury car logo's are pictured in a spare part store at a BMW garage in Niderwangen near Bern, May 24, 2012. REUTERS/Pascal Lauener (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS)